Bilder aus der Verbotenen Stadt

20.12.2009

24.09.2009 bis 30.12.2009  

Jiang Guo Fang verkörpert ein Kapitel chinesischer Zeitgeschichte. Seine Erfolgsstory beschreibt den Weg des aus einfachsten Verhältnissen stammenden, hindurch durch die unglaublichen Wirren der Kulturrevolution, zu einem heute außerordentlich erfolgreichen Künstler. Die wichtigsten Faktoren für seine Karriere waren dabei neben seinem großen Talent sein enormer Fleiß und die absolute Hingabe zu seinem Thema: Die Verbotene Stadt.


Jiang Guo Fangs Werk ist ganz wesentlich geprägt durch die Auseinandersetzung mit der abendländischen Kunst. Auf beeindruckende Weise verbindet er chinesische Bildtraditionen mit denen alter europäischer Meister. Mit einem umfassenden Wissen über die Dynastien der chinesischen Kaiser ausgestattet, reflektiert Jiang Guo Fang in seinen Werken mit distanziertem Blick die Wiederentdeckung und Neubewertung der Geschichte seines Heimatlandes. Den Bildern der «Forbidden City»-Serie, den Portraits und Szenen aus dem 600 Jahre alten Kaiserpalast in Peking, verleiht der von ihm entwickelte eigene Malstil einzigartigen Ausdruck.

Als erstem zeitgenössischem Künstler überhaupt wurde ihm 2004 im Palastmuseum die Ehre einer Einzelausstellung in Pekings Verbotener Stadt zuteil. In Jiang Guo Fangs Bildern wird die machtvolle Architektur und luxuriöse Ausstattung der alten Kaiserresidenz ebenso lebendig wie die monarchischen Traditionen Chinas: als man Kinder auf den Kaiserthron setzte und in jüngstem Alter Mädchen, eingeschnürt in das Korsett höfischen Zeremoniells, ungefragt mit Eunuchen vermählte.

1951 in Shangjiang, einem Dorf in der chinesischen Provinz Jiangxi, als Sohn eines Handwerkers geboren, war Jiang Guo Fang während Maos Kulturrevolution (1966-1976) ab 1968 Mitglied der Armee und begann nach seiner Entlassung aus dem Militär 1970 seine künstlerische Laufbahn zunächst im Selbststudium. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, war er in diversen Jobs tätig, unter anderem in der 4,5-Millionen-Stadt Nanchang im Zentrum der Volksrepublik. Hier beteiligte er sich auch an mehreren von der Stadt organisierten Kunstprojekten.

1974, in den letzten Tagen der Kulturevolution, begann Jiang Guo Fang die Ölmalerei an der China Central Academy of Fine Art, der staatlichen Kunstakademie Pekings, zu studieren. Nun sah er erstmals die «Verbotene Stadt», ein Erlebnis, das ihn so nachhaltig beeindruckte, dass es ihn, wie er sagte, «bis in den Schlaf hinein» verfolgte. Von diesem Zeitpunkt an setzte er sich intensiv mit dem alten Kaiserpalast auseinander, und die «Verbotene Stadt» wurde für ihn zum Sinnbild einer tausendjährigen Kulturgeschichte Chinas. Die Verbotene Stadt in Peking ist ein Symbol für China, wie sonst nur die große Mauer. Hier regierte der letzte Kaiser der Qing (1644-1911), die als letzte Dynastie den Ming (1368-1644) gefolgt waren. 1405 hatte Kaiser Yongle aus der Ming Dynastie die Hauptstadt des Chinesischen Reichs von Nanking nach Peking verlegt und zwischen 1407 und 1420 mit der Errichtung des monumentalen Palastes begonnen. Der Komplex aus Hunderten von Palästen und Tausenden von Räumen ist die Verkörperung der Jahrtausende alten chinesischen Zivilisation und Kultur.

1978 verließ Jiang die Hochschule als Graduierter und wurde im selben Jahr an deren Fakultät für Ölmalerei Dozent. Zusätzlich lehrte er an der Kunstabteilung des Central Institute of Drama in Peking, an dem er später Professor wurde. Seit 1998 arbeitet er als freischaffender Künstler. Seit 1980 stellt er seine Werke in Gruppen- und Einzelausstellungen der Öffentlichkeit vor, zuerst in Chinas Kernland, ab den 1990er Jahren auch in den äußeren Provinzen seines Landes, schließlich in Europa und Amerika: Hongkong, Taiwan, Singapur, Brüssel, Rom, Sizilien, Paris, New York gehören zu seinen Karrierestationen. 1994 zeigte die Schoeni Art Gallery in Hongkong erstmals Bilder seiner Serie der «Verbotenen Stadt». Inzwischen wurden für Jiang Guo Fangs Gemälde auf internationalen Auktionen bereits Spitzenpreise von mehr als 400.000 US-Dollar gezahlt.


Bilder aus der Verbotenen Stadt
24. September bis 30. Dezember 09

Art Center Berlin
Friedrichstraße 134
T 0049 (0)30 278790-27

Öffnungszeiten:
tägl. 11 bis 21 Uhr

weiterführende Links:

http://www.art-center-berlin.de

  • Court Lady (Öl auf Leinwand, 74 x 50,5 cm, 2007)
  • Dream of a Lotus Flower (Öl auf Leinwand, 100 x 53 cm, 2008)
  • The Song of Morning (Öl auf Leinwand, 150 x 95 cm, 2006)
  • Forever Dream (Öl auf Leinwand, 100 x 50 cm, 2008)
  • Bridal Chamber (Öl auf Leinwand, 180 x 160 cm, 2006)

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