Stilles Chaos - Caos calmo

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Aus heiterem Himmel verliert Pietro seine Frau. Vom öffentlichen Leben zieht sich der Manager eines TV-Senders nun zurück und widmet sich ganz seiner etwa achtjährigen Tochter Claudia. Doch im Park vor der Volksschule, wo Pietro seine Tage nun verbringt, kommt das Leben auf ihn zu und erweckt auch ihn wieder zum Leben.

So nah können Glück und Tragik beieinander liegen: Gerade haben Pietro (Nanni Moretti) und sein Bruder Carlo (Alessandro Gassmann), die am Meer ihre Freizeit genießen, noch zwei Frauen vor dem Ertrinken gerettet, da muss Pietro bei seiner Rückkehr zum Ferienhaus fassungslos erfahren, dass seine Frau Lara nach einem Sturz im Garten gestorben ist. Die Beerdigung folgt, doch wie soll jetzt das Leben für den leitenden Mitarbeiter eines TV-Senders, bei dem über eine internationale Fusionierung gesprochen wird, weitergehen.

Von einer Arbeitssitzung verabschiedet er sich bald und beschließt sich ganz der Fürsorge seiner Tochter (Blu Yoshimi) zu widmen. Am Morgen bringt er sie zur Volksschule und wartet im daneben liegenden Park auf das Ende des Unterrichts. Je mehr sich Pietro freilich vom öffentlichen Leben zurückzuziehen beginnt, desto mehr kommt es auf ihn zu und beginnt sich um ihn zu drehen.

Da schließt er nicht nur stille und wortlose Bekanntschaft mit Tag für Tag – ein Running Gag – im Park wiederkehrenden Menschen, wie einer jungen Frau mit großem Bernhardiner oder einer Mutter mit einem Jungen mit Down-Syndrom, sondern auch die Bekannten und Arbeitskollegen beginnen ihn hier zu besuchen.

Er, der stumm vor sich hinleidet, wird aufgesucht, um anderen, wie seiner ungewollt schwangeren Schwägerin Carla oder einem Arbeitskollegen, der vor der Kündigung steht, zu trösten. Sein Bruder Carlo besucht ihn ebenso wie die Mutter einer Schulkollegin seiner Tochter das Gespräch sucht, im nahen Restaurant wird er zum Stammgast, ein Mann in einem angrenzenden Haus lädt ihn zum Mittagessen ein und schließlich schaut sogar noch Steiner – der große Boss, der den TV-Sender übernehmen soll – vorbei und bietet Roman Polanski die Möglichkeit eines kurzen, aber eindrücklichen Auftritts.

Märchenhaft ist es, wie alle hier Verständnis für Pietro haben, wie kein böses Wort fällt und wie er seinerseits sich um all die Nöte der anderen kümmert und sie fürsorglich in die Arme schließt. Aus diesem Exil zurückholen und ins Leben schicken wird ihn aber letztlich dann doch die Tochter.

Man kennt das Thema der Trauerarbeit aus Nanni Morettis eigenem «Das Zimmer meines Sohnes» und stärker als von Regisseur Antonello Grimaldi ist auch «Stilles Chaos» von Nanni Moretti geprägt, nicht nur, weil er eindrücklich die Hauptrolle spielt, sondern auch weil der Stil des Films an «Das Zimmer meines Sohnes» erinnert.

Der Schmerz und die Trauer werden aber hier nicht verarbeitet, vielmehr geht es darum, wie diese Phase dadurch überwunden wird, dass das Leben zu Pietro kommt. Feinfühlig ist das gemacht, schön rund und natürlich auch nah am Sentimentalen. Emotionale Ausbrüche gibt es hier kaum, ganz dem Titel entsprechend läuft es still und gelassen ab, durchzogen von feiner Komik und voller Melancholie über die Unmöglichkeit das Leben zu kontrollieren. - Allzu glatt und brav mag «Stilles Chaos» dabei sein, aber doch herzerwärmend und in seinem Optimismus, seinem versöhnlichen und tröstenden Ton beglückend.

Wird vom FKC Dornbirn am Donnerstag, den 22.10. um 19.30 Uhr und am Freitag, den 23.10 um 21.30 Uhr in den Weltlichtspielen Dornbirn gezeigt (ital. O.m.U.)

Trailer zu «Stilles Chaos»

Stilles Chaos

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