Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus

17.07.2017

14.07.2017 bis 29.10.2017  Kunstforum Ostdeutsche Galerie

«Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus» – die Ausstellung, die bereits in Bochum viel Interesse weckte und nun in Rostock Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird ab 14. Juli im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg zu sehen sein. Die Präsentation konfrontiert die regime-konforme Kunst der NS-Zeit mit Werken diffamierter Künstler wie Alexej Jawlensky, Otto Dix, Felix Nussbaum oder Ludwig Meidner: Der Scheinkonstruktion einer heilen Welt wird Deformiertes, Bloßgestelltes und Aufwühlendes entgegengesetzt, das die Realität in vielen Facetten widerspiegelt.


Die Ausstellung setzt sich in kritisch-analytischer Weise mit der Kunstpolitik der NS-Zeit auseinander, die für das Selbstbild des Regimes wesentlich war. Der Begriff «artige Kunst» versteht sich als Gegenstück zur abwertenden Bezeichnung «entartete Kunst» aus der NS-Terminologie. Gezeigt werden exemplarische Werke der offiziell geduldeten und geförderten Kunst, dazu in konfrontativer Gegenüberstellung Werke von verfolgten und verfemten Künstlern. In thematischen Kapiteln gegliedert führt die Ausstellung vor Augen, dass dem größten Teil der hier versammelten «artigen Kunst» ein kritisch hinterfragendes Potenzial ebenso fehlt wie ein humanistischer Anspruch und eine individuelle künstlerische Handschrift: Ländlich-familiäre Idyllen werden heraufbeschworen, Sportler bei der körperlichen Ertüchtigung gezeigt, Bauprojekte des sog. «Tausendjährigen Reichs» illustriert oder mythologisch inspirierte Szenen ins Bild gesetzt.

Macht man sich bewusst, dass zeitgleich der Zweite Weltkrieg vorbereitet wurde bzw. schon ausgelöst war und ganze Bevölkerungsgruppen brutal ausgegrenzt, verfolgt und in Konzentrationslagern gefoltert und ermordet wurden, dann wird die Verlogenheit dieser Kunst offensichtlich. Gerade darin liegt eine wesentliche politische Bestimmung der «artigen Kunst»: Indem sie weite Bereiche der gesellschaftlichen Realität ausblendete oder beschönigte, konnte sie systemstabilisierend wirken und in Zeiten von Krieg, Terror und Massenmord die erwünschte Entlastungsfunktion einnehmen.


Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus
14. Juli bis 29. Oktober 2017

Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Dr.-Johann-Maier-Str. 5
D-93049 Regensburg
T: 0049 (0)941 29714-0
F: 0049 (0)941 29714-33
E: info@kog-regensburg.de
W: http://www.kunstforum.net


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 17 Uhr
Donnerstag 10 - 20 Uhr

 


  • Willi Baumeister: Mann mit Spitzbart, 1941. Tinte, Farbstift und Maschinengeschriebenes auf Postkarte, übermaltes Motiv: Adolf Ziegler, Blattmaß: 14,8 x 10,3 cm; © Privatsammlung / Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart. Foto: Archiv Baumeister
  • Alexej von Jawlensky: Mädchenbildnis, 1909. Öl auf Leinwand, 92 x 67,2 cm; © Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Foto: Horst Kolberg – ARTOTHEK
  • Sepp Happ: Über allem aber steht unsere Infanterie (linker Teil eines Triptychons), 1943. Öl auf Leinwand, ca. 200 x 100 cm; © German Art Gallery, The Netherlands. Foto: German Art Gallery, The Netherlands
Kunstforum Ostdeutsche Galerie
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D-93049 Regensburg
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