Beton für die Kunst

05.05.2009

Ästhetischen Sichtbeton mit einwandfreier Oberfläche herzustellen ist schon unter normalen Bedingungen eine Herausforderung. Die Voraussetzungen, die auf der Insel Hombroich gegeben waren, erheben dieses Handwerk jedoch zur Kunst. Nach den Plänen des Stararchitekten Raimund Abraham, New York, entstand auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation bei Neuss ein Haus für Musiker, das unter architektonischen und bautechnischen Gesichtspunkten Respekt verdient.


Schon vor Jahren hatte der Kunstliebhaber Karl-Heinrich Müller (1936-2007) die Vision eines Ortes, an dem Künstler aller Genres leben und arbeiten können. Mit der «Stiftung Insel Hombroich» setzte er diese Idee in die Tat um. Das Bauwerk des New Yorker Architekten Raimund Abraham ist als Teil dieser Idee den Musikern gewidmet. Bereits 1996 wurde das Gebäude auf der Biennale in Venedig vorgestellt. Bis zum Baubeginn vergingen jedoch noch zehn Jahre. Während dieser Zeit durchlief das Projekt mehrere Planungsprozesse, die vom Bauherrn kreativ begleitet wurden.

Heute sind in dem Stahlbetongebäude, dessen Rohbau im Oktober 2008 fertiggestellt wurde, vier Appartements, ein großer Gemeinschaftsraum, eine Musikbibliothek und ein Tonstudio geplant. Das Erscheinungsbild des kegelförmigen Bauwerks ist durch seinen schrägen Gebäudeabschluss und die darüber liegende, rund 1250 Tonnen schwere, Dachscheibe geprägt. Sie hat einen Durchmesser von 33 m und scheint auf den ersten Blick über dem Gebäude zu schweben. In ihrer Mitte befindet sich eine Aussparung in Form eines gleichschenkligen Dreiecks mit einer Seitenlänge von 17 m.

Besonders die Deckenscheibe stellte die Planer vor eine große Herausforderung. Um sie zu fertigen, waren drei unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen: Erstens mussten die Verantwortlichen eine Lösung finden, den Beton in die 15° geneigte Schalung einzubringen, ohne dass dieser aufgrund der Schwerkraft ins Rutschen gerät. Zweitens war es notwendig, die ca. 50 cm dicke Betonplatte so leicht wie möglich zu gestalten. Drittens sollten Wände, Deckenober- und Deckenunterseite die gleiche Farbe aufweisen. Da die Betonfarbe jedoch von zahlreichen, schwer zu beeinflussenden Faktoren bestimmt wird, stellte auch dies eine komplexe Aufgabe dar.


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