6. August 2007 - 2:43 / Ausstellung / Installation 
17. Mai 2007 12. August 2007

Vom 17. Mai bis 12. August 2007 zeigt der Württembergische Kunstverein in Stuttgart die weltweit erste umfassende Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Anna Oppermann (1940-1993) nach ihrem Tod. Mit insgesamt sieben »Ensembles« möchte die Ausstellung den internationalen Stellenwert der Künstlerin sowohl für die Kunst der 1970er Jahre als auch im Hinblick auf aktuelle künstlerische Praktiken aufzeigen.

Anna Oppermanns »Ensembles«, ihre über Jahre entwickelten, streng methodischen und raumgreifenden Bildinstallationen sind exemplarisch und doch einzigartig für die Kunst der 1970er Jahre. Sie wiesen schon früh auf aktuelle künstlerische Praktiken hin, die Prozess-, Konzept-, Bild- und Raumkunst verbinden sowie auf die Teilnahme der Betrachter/innen setzen. Wenngleich seit dem Tod der Künstlerin 1993 Installationen u.a. in Sydney (1994), New York (1999) und Paris (2004) zu sehen waren, steht eine umfassende »Revision der Ensemblekunst« bis heute aus.

Die Kuratorin Ute Vorkoeper hat für diese Neubesichtigung sieben Ensembles aus den Jahren 1968 bis 1992 ausgewählt, die sowohl die künstlerische Entwicklung als auch die Vernetzung innerhalb der Ensemblekunst aufzeigen. Wie schon zu Lebzeiten der Künstlerin werden die offenen Werke auch postum nicht durch Rekonstruktion, sondern in aktualisierter Form installiert.

Anna Oppermann verstand die Welt, die menschlichen Beziehungen als »Ensembles«: als Arrangements aus Wahrnehmungen und Reflexionen von Ereignissen, Normen, Geschichten, Emotionen und Theorien. Sie beobachtete ihren privaten wie den gesellschaftlichen Alltag genau, suchte Objekte, Bilder oder Begriffe, in denen sie dessen Absurditäten und Konfliktfelder versinnbildlicht sah. Diese zeichnete, fotografierte, malte und beschrieb sie. Sie sammelte Texte und Zitate und ordnete schließlich alle Teile als Stillleben an. Im nächsten Schritt hielt die Künstlerin die Arrangements aus wechselnden Perspektiven und in variierenden Konstellationen fest und fügte diese neuen Ansichten den Arrangements hinzu. So wuchsen ihre Ensembles sukzessive in den Raum hinein.

Zur Ausstellung, die von einem eintägigen Symposium begeleitet wird, erscheint ein umfangreicher Katalog mit Aufnahmen aus der Ausstellungssituation. In einem offenen Dialog mit der Werkschau Anna Oppermanns findet parallel dazu die Ausstellung »Übergangsräume – Potential Spaces« statt. Dabei sind es weniger die formalen Aspekte der künstlerischen Produktion, die im Blickfeld dieses Dialoges stehen, als vielmehr deren methodischen Ansätze. Zu den teilnehmenden KünstlerInnen zählen: Sandra Boeschenstein, Thomas Feuerstein, Oliver Lutz, Eva Meyer/Eran Schaerf, Runa Islam und Anna Torfs.


Anna Oppermann. Revisionen der Ensemblekunst
17. Mai bis 12. August 2007

Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
D - 70173 Stuttgart

T: 0049 (0)711 22 33 70
F: 0049 (0)711 29 36 17
E: info@wkv-stuttgart.de
W: http://www.wkv-stuttgart.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Ähnliche Beiträge


Ensembles Sa, 26.01.2008

  •  17. Mai 2007 12. August 2007 /
898-89801763.jpg
Spiegelensemble, ca. 1968
898-89802765.jpg
Pathosgeste ? MGSMO (Mach grosze, schlagkräftige, machtdemonstrierende Objekte), seit 1984
898-89803744.jpg
Pathosgeste ? MGSMO (Mach grosze, schlagkräftige, machtdemonstrierende Objekte), seit 1984; Ansicht documenta 8, Kassel 1987
898-89804673.jpg
MKÜVO (Mach kleine, überschaubare, verkäufliche Objekte!), seit 1979/84
898-89805564.jpg
Anna Oppermann beim Fotografieren. Courtesy Nachlass Anna Oppermann / art agents gallery, 2006