23. Mai 2020 - 8:34 / Aktuell 

Mory Kanté , der mit "Yeke yeke" 1988 einen Millionenhit landete und als Wegbereiter der Weltmusik gilt, ist gemäss den Angaben des Kulturministeriums seiner westafrikanischen Heimat Guinea am Freitag in einem Krankenhaus der Hauptstadt Conakry im Alter von 70 Jahren gestorben. Angaben zur Todesursache wurden keine gemacht.

Der im Südosten des Landes geborene Musiker hatte seine ersten musikalischen Erfolge mit der "Rail Band of Bamako" und war früh schon von seinem berühmten Musiker-Kollegen Salif Keita inspiriert worden. Kanté ging nach ersten Erfolgen in Westafrika Anfang der 1980er-Jahre nach Frankreich und hatte dort viel beachtete Auftritte. Der europaweite Durchbruch gelang ihm dann eben 1988 mit seinem Ohrwurm "Yeke yeke", der ihn zu einem der über den Kontinent hinaus bekannten Stars der afrikanischen Musikszene machte. Weltweit folgten danach zahlreiche Alben und Auftritte, darunter auch in Deutschland. 1990 hatte er einen Auftritt im New Yorker Central Park am Gedenktag zum Sturm der Bastille als französischer Repräsentant. Das Album "Touma" (auf Deutsch: "Der Moment") erreichte in Frankreich Goldstatus.

Obwohl er als Griot ausgebildet worden war – eine Art traditioneller Volkssänger und Geschichtenerzähler – hatte Kanté sich früh auch für Soul, Funk und lateinamerikanische Rhythmen begeistern können. Er verband die traditionellen Klänge seiner Heimat – mit Instrumenten wie der Kora-Harfe oder dem Balafon – geschickt mit westlichen Pop-Elementen und machte damit die afrikanische Musik international populär. Ähnlich wie der vor kurzem verstorbene kamerunische Saxophonist Manu Dibango traf er damit den westlichen Musikgeschmack.