6. November 2013 - 2:50 / Ausstellung / Grafik 
3. September 2013 10. November 2013

Mit der Ausstellung "100 Beste Plakate 12. Deutschland Österreich Schweiz" präsentiert das MAK bereits zum achten Mal die überzeugendsten Ergebnisse des angesehenen Wettbewerbs europäischer Grafikdesigner und bietet somit eine Plattform für aktuelle und spannende Gestaltungskonzepte. Angesiedelt zwischen Kunst und Kommerz überzeugen die gekürten Sujets mit innovativen, ideenreichen Ausdrucksformen, von Fotografie, Bildwitz und Spiel mit Typografie bis zu visuellen Überraschungen in bester Op-Art Manier.

Aus mehr als 1.700 Einreichungen kürte eine internationale Jury, bestehend aus Christian Brändle (Zürich, Vorsitz), Ronald Curchod (Toulouse), Joanna Górska (Warschau), Eike König (Berlin) und Josef Perndl (Wien) die 100 Siegerplakate. Auf Grund der hohen Zahl der Einreichungen erfolgte das Auswahlverfahren erstmals zweistufig: In einer online durchgeführten Vorjurierung wurden 680 Plakate für das Finale des Wettbewerbs nominiert. Die letztlich prämierten 100 Plakate und Plakatserien verteilen sich auf 49 deutsche, 47 schweizerische und drei österreichische Plakate, sowie eine österreichisch-schweizerische Koproduktion. Die facettenreichen Siegerarbeiten konkurrieren nicht nur in Ideengebung, gestalterischer und technischer Umsetzung; qualitative Unterschiede lassen sich auch zwischen von Kompromissen begleiteten Auftragswerken für Kultur und Wirtschaft und experimentellen, auf Eigeninitiative oder im Rahmen der universitären Ausbildung entstandenen Arbeiten ausmachen.

Für Österreich ist heuer bereits zum sechsten Mal das Atelier 3007 Wien (Eva Dranaz und Jochen Fill) erfolgreich, das die Jury mit gleich zwei Plakatserien überzeugen konnte. Einmal mehr reüssierte 3007 Wien mit Ankündigungsplakaten für das Veranstaltungslokal rhiz-bar, die bereits in den Vorjahren prämiert wurden. In einer Serie von 12 Monatsplakaten gelang ihnen in stark emotionalisierenden Sujets die grafische Umsetzung experimenteller Live-musik. In 100 Beste Plakate 12 fanden drei grafisch reduzierte Sujets dieser Serie Eingang, die exemplarisch für unmixed – unmixed, das Jahres-DJ- und BandLine-up der rhiz-bar 2012, stehen. Auch das 3007 Wien-Plakat für den Nightwalk, eine jährlich stattfindende Kulturveranstaltung am Wiener Gürtel, deren Rahmen die historischen Stadtbahnbögen von Otto Wagner und deren Lokalszene bildet, überzeugte die Jury. Ausgehend von diesem Event entstand eine Collage, die als abstrahierte visuelle Wegbeschreibung der Veranstaltung diente.

Der ehemalige Student der Grafikklasse der Universität für angewandte Kunst, Christoph Nardin (Büronardin) wurde mit seinem Plakat für die Eröffnung des 21er Haus in Wien, das Tradition und Experiment harmonisch mixt, prämiert. Nardin, der auch das Corporate Design des Hauses entwarf, sieht seinen Entwurf als Hommage an den österreichischen Grafikdesigner Georg Schmid (1928–1998). Er nimmt typografisch Anleihe an der Gestaltung des Schmid-Plakates, das im September 1962 anlässlich der Eröffnung des 20er Hauses (Museum Moderner Kunst) präsentiert wurde.

Erstmals in der Geschichte von 100 Beste Plakate steht eine österreichisch- schweizerische Koproduktion im Wettbewerb. Der Schweizer Grafiker Melk Imboden gestaltete gemeinsam mit dem Künstler Benjamin Hirte ein Plakat für dessen MAK-Ausstellung "Sichtwechsel #1: Benjamin Hirte the classic mob ballet" (MAK-Galerie, 2012), mit der er auf spezifische Gegebenheiten der MAK-Sammlung reagierte. Für das Plakat griff Hirte auf ein 1932 vom Schweizer Fotografen Martin Imboden – weitschichtig mit Melk Imboden verwandt – angefertigtes Porträt von Beate Hirsch aus der Fotosammlung der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung zurück. Analog zu seiner Ausstellung will Hirte mit seinem Sujet Arbeits- und Denkprozesse anregen und Sammlungsinhalte in einen erweiterten Kontext stellen.

Zur Ausstellung erscheint der von Jianping He, hesign / Berlin gestaltete Katalog "100 beste Plakate 12. Deutschland Österreich Schweiz" / "100 Best Posters 12. Germany Austria Switzerland" mit einem thematischen Sonderbeitrag "Plakat + Kunst = Plakatkunst?" von René Grohnert, 144 Seiten, Hermann Schmidt Verlag, Mainz 2013. Erhältlich im MAK Design Shop um EUR 34,80.

100 Beste Plakate 12. Deutschland Österreich Schweiz
3. September bis 10. November 2013
MAK-Kunstblättersaal

MAK Wien
Stubenring 5
A - 1010 Wien

W: http://www.mak.at/

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Rocket & Wink/D, Gerald Rocketson (Creative Direction), Petronius Amund Wink (Creative Direction), Karin Lindeskov (Illustration): 'Reeperbahn Festival Kunstplakate' aus einer Serie von vier Plakaten. © 100 Beste Plakate e. V./Rocket & Wink
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Martin Desinde/CH, unter Verwendung eines Fotos von Rustem Adagamov: 'Article 18. Putin got scared.' aus einer Serie von drei Plakaten. Projektauftrag an der HEAD ? Haute école d?art et de design Genève. © 100 Beste Plakate e. V./Martin Desinde
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Toni Buschatz/D, BMW F800 GS: 'Bestechend' aus einer Serie von drei Plakaten. Projektauftrag am IN.D Institute of Design Berlin, Betreuung: Detlef Helmbold. © 100 Beste Plakate e. V./Toni Buschatz
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3007 Wien/A, Eva Dranaz (Konzept, Design, Illustration), Jochen Fill (Foto, Montage): Nightwalk XV. Auftraggeber: Ottakringer Kulturfreunde, Wien. © 100 Beste Plakate e. V./3007 Wien