Do, 14.03.2019 / Ausstellung / Preview
Fr, 29.03.2019 So, 30.06.2019

Nahezu ein Vierteljahrhundert berichtet Anja Niedringhaus (1965–2014) von Kriegsschauplätzen in aller Welt wie vom Balkan, aus dem Irak und immer wieder Afghanistan. Als die Fotografin dort während eines Reportage-Einsatzes am 4. April 2014 im Alter von 48 Jahren von einem Attentäter erschossen wird, hinterlässt sie ein beeindruckendes OEuvre. Anlässlich ihres 5. Todestages ehrt das Käthe Kollwitz Museum Köln die Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin mit einer groß angelegten Einzelausstellung.

Diese erste posthume Retrospektive präsentiert mit über 80 großformatigen Aufnahmen ein Werk, das die "Bilderkriegerin" bereits zu Lebzeiten zur Ikone werden ließ. Im Auftrag von Nachrichtenagenturen wie der amerikanischen Associated Press (AP) entstanden legendäre Aufnahmen, die die weltweit wichtigsten Magazine und Zeitungen auf ihren Titelseiten druckten und die so im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Der umfangreiche Nachlass umfasst Bilder aus Kriegs- und Krisenregionen ebenso wie brillante Porträtaufnahmen und Sportfotografien, die in Köln erstmals durchgängig in Farbe ausgestellt werden.

Obgleich Anja Niedringhaus lange Jahre über zahlreiche Kriegsschauplätze berichtet, lehnt sie den Begriff "Kriegsfotografin" für sich ab. Ihre Aufnahmen, die oft unter Lebensgefahr an vorderster Front entstehen, reichen weit über eine reine Dokumentation von Ereignissen hinaus – ihre Arbeiten sind Aufrufe zum Frieden. Sie wollen aufrütteln und mahnen, indem sie uns die Schrecken des Krieges vor Augen führen. Ihre Werke vereinen häufig starke Gegensätze: Sie zeigen einen Moment der Ruhe inmitten des völligen Chaos und tiefe Menschlichkeit inmitten von brutaler Barbarei.

Die Tiefe ihres Werkes beeindruckt Menschen über Kulturkreise hinweg. Die Ermordung der Fotografin vor fünf Jahren rief ein weltweites Medienecho hervor. Von der New York Times bis hin zu russischen, griechischen und arabischen Medien war der Vorfall auf den Titelseiten zu lesen, Regierungen und Prominente aus aller Welt kondolierten. Unter ihren Kolleginnen gilt Anja Niedringhaus als Wegbereiterin in einem Beruf, in dem bis heute der Frauenanteil verschwindend gering ist. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2005 den ersten Pulitzer-Preis für eine deutsche Fotografin.


Anja Niedringhaus – Bilderkriegerin
Internationales Photoszene-Festival Köln 2019
29. März bis 30. Juni 2019

Käthe Kollwitz Museum Köln
Neumarkt 18-24
D - 50667 Köln

T: 0049 (0)221 227 2899-2602
F: 0049 (0)221 227 3762
E: museum@kollwitz.de
W: http://www.kollwitz.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  Fr, 29.03.2019 So, 30.06.2019 /
Afghanische Frauen, fotografiert durch den Augenschlitz einer Burka. Kabul, Afghanistan, 11. April 2013; © Anja Niedringhaus/AP
Afghanische Frauen, fotografiert durch den Augenschlitz einer Burka. Kabul, Afghanistan, 11. April 2013; © Anja Niedringhaus/AP
Unbekannter Taliban-Kämpfer, Kabul, Afghanistan, 15. Oktober 2012; © Anja Niedringhaus/AP. Ein Taliban-Kämpfer, dessen Name AP-Mitarbeitern bekannt war, jedoch nicht identifiziert werden darf.
Unbekannter Taliban-Kämpfer, Kabul, Afghanistan, 15. Oktober 2012; © Anja Niedringhaus/AP. Ein Taliban-Kämpfer, dessen Name AP-Mitarbeitern bekannt war, jedoch nicht identifiziert werden darf.
Bettelnde Frauen in Kandahar, Afghanistan, 12. März 2014; © Anja Niedringhaus/AP
Bettelnde Frauen in Kandahar, Afghanistan, 12. März 2014; © Anja Niedringhaus/AP
Junge mit Spielzeugwaffe, Kabul, Afghanistan, 20. September 2009; © Anja Niedringhaus/AP. Ein afghanischer Junge auf einem Kettenkarussell hält ein Spielzeuggewehr – Aufnahme von einem Fest zum Ende des Ramadan.
Junge mit Spielzeugwaffe, Kabul, Afghanistan, 20. September 2009; © Anja Niedringhaus/AP. Ein afghanischer Junge auf einem Kettenkarussell hält ein Spielzeuggewehr – Aufnahme von einem Fest zum Ende des Ramadan.
Anja Niedringhaus, 2004; © F.A.Z., Foto: Wolfgang Eilmes
Anja Niedringhaus, 2004; © F.A.Z., Foto: Wolfgang Eilmes