28. Januar 2009 - 2:38 / Ausstellung / Archiv 
1. Januar 2009 1. Februar 2009

Radiokunst – das sind Werke, die Künstlerinnen und Künstler speziell für das Radio entwickelten: Klang- oder Geräuschkompositionen, Hörspiele, Aktionen oder Konzerte, Sound Performances, Satelliten-Klangskulpturen, Soundscapes, Radiokunst- Installationen, vernetzte (Medien-)Projekte bis hin zur elektroakustischen oder digitalen Musik. Einen Überblick über all das vermittelt noch bis zum 1. Februar 09 die Ausstellung "Art on Air" in der Weserburg.

Vorgestellt werden neben radiophonen Werkzusammenhängen einzelner Künstlerinnen und Künstler vor allem drei bedeutende Sendereihen, die die Entstehung und Entwicklung der Radiokunst in Europa und Übersee entscheidend beeinflusst haben: "pro musica nova" bei Radio Bremen, das "Studio Akustische Kunst" beim WDR und das "Kunstradio" des ORF. Ergänzend zur akustischen Präsentation der radiophonen Werke zeigt "Art on Air" Videos, Schallplatten, CDs, Kassetten, Projektionen, Partituren, Künstlerbücher und -zeitschriften, sowie zahlreiche weitere Dokumente: Fotos, Plakate, Programmhefte, Korrespondenz, Konzeptionszeichnungen und Einladungen.

Radiokunst bewegt sich in einem künstlerisch interdisziplinären Zwischenbereich der bildenden Kunst, der experimentellen Literatur und der Neuen Musik. Dementsprechend wird die Radiokunst in der Ausstellung in ihren visuellen, akustischen und dokumentarischen Kontexten dargestellt. So entsteht ein repräsentativer Einblick und Überblick vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung und mit Bezügen zur aktuellen Medienkunst. Vorgestellt werden unter anderem Künstlerinnen und Künstler, die verschiedenen Generationen angehören und aus jeweils unterschiedlichen musikalischen, literarischen oder bildkünstlerischen Kontexten heraus arbeiten: Johannes Auer, die Künstlergruppe Ligna, Michaela Melian, Christina Kubisch, Felix Kubin und Carsten Nicolai sowie Franz Mon, Ferdinand Kriwet, Mauricio Kagel, Garrett Phelan, Wolf Vostell, Carlfriedrich Claus und John Cage. Sie vermitteln durch ihr Werk eine Vorstellung von der "Tradition" der Radiokunst in Deutschland.

Repräsentativ für Österreich stehen beispielsweise Gottfried Bechtold, Helmut Mark oder Elisabeth Schimana. Durch die internationale Vernetzung der Sender sind auch Künstler aus anderen europäischen Ländern sowie Amerika und Kanada vertreten. Eine ganz besondere Neuerung stellt das im Zuge der Ausstellung entstehende Radiokunst Archiv dar: Erstmals werden hier annähernd alle Radiokunstwerke oder Radiosendungen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sowie bedeutende Radiokunst-Sendereihen im
deutschsprachigen Raum zugänglich macht. Zu hören sind alle relevanten Formen von Radiosendungen im weitesten Umkreis dessen, was Künstler mit, im und für den Rundfunk gemacht haben. Ein großer Teil der Audio-Materialien wurde von den Künstlerinnen und Künstlern selbst zur Verfügung gestellt.
Anne Thurmann-Jajes

Weserburg | Museum für moderne Kunst
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Radioart, Galerie A, Amsterdam (Cover)
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Wolf Vostell, Umgraben, 1974, Foto: Andreas Buttmann
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John Cage, A House Full of Music, Überseemuseum Bremen, 1982
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Familie Auer, Kunstradio / ORF Wien