21. September 2008 - 3:41 / Ausstellung / Archiv 
29. August 2008 27. September 2008

Mit "Barocco", wie sich die Werkschau in der K12-Galerie betitelt, führt der Dornbirner Maler Marc Dern (*1964), der bei Peter Weibel an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert hat, eine 4 Jahre alte Serie weiter. In seinen Arbeiten nimmt Dern Gemälde von italienischen Barockmalern zum Ausgangspunkt seiner Bildfindungen in Schwarz-Weiss. In der ersten Ausstellung in der K12-Galerie im Jahre 2004 waren es vor allem Werke von Caravaggio, die er verfremdend nachmalte.

Marc Dern sucht und findet Vorlagen im Internet, lädt sie auf seinen Rechner, bearbeitet sie mit Photoshop und projeziert sie auf die Leinwand. Die vielfach zweifelhafte Qualität der solcherart gefundenen Vorlagen arbeitet ihm entgegen, eröffnet sie seiner Malerei doch ein großes Maß an Umsetzungsfreiheiten. Der Künstler trägt das Öl in der Regel sehr dünn auf. Die Farbgebung wirkt flüchtig, wie en passant hingesetzt. Es sind Verwischungen auszumachen. Es gibt keine genauen Übergänge. Überall herrscht ein gewisses Niveau an Unschärfe. Die Unschärfe weckt in gewissem Sinne auch Assoziationen zu Gerhard Richter, der dieses Stilmittel häufig einsetzte, aber auch an die Filmästhetik der 1950er und 1960er Jahre. Stichwort etwa Blow-up von Angelo Antonioni. Die Auflösung der Umrisse verleiht den Arbeiten etwas Geheimnisvolles. Man glaubt, etwas suchen zu müssen, aber man findet es nicht. Ja, eigentlich lassen die Malereinen von Marc Dern mehr offen, als sie scheinbar zeigen. Auffällig ist, dass die Landschaften im Verhältnis zu den fast fotorealistischen Figurenstarstellungen geradezu gestisch daherkommen. Der Malduktus entwickelt sich zu einer bei Dern ungewohnten Wildheit. Der Bildinhalt wird in einander unruhig überlappende Hell- und Dunkel-, respektive Schwarz-Grau-Weiss-Zonen aufgeteilt. Insgesamt wartet Dern mit 15 Gemälden auf. Davon sind sieben im Grossformat gehalten. Inhaltlich sind es religiöse, mythologische und Landschaftsthemen, mit denen der Künstler den Betrachter konfrontiert. Der zur Ausstellung erschienene Katolog "Barocco" verkörpert die erste Publikation einer Reihe, die künftig unter dem neu gegründeten Logo "Edition K 12" gepflegt werden soll. (Karlheinz Pichler)
Marc Dern - Barocco 29.8. bis 27.9.08

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