3. Dezember 2020 - 10:04 / Aktuell / Kunst 

Mit der internationalen Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter" hat es erstmals eine Bewegung an die Spitze des weltweiten Kunstrankings "Power 100" geschafft. Die Liste mit den einflussreichsten Persönlichkeiten und Bewegungen der aktuellen Kunst wird alljährlich vom britischen Kunstmagazin "Artreview" erstellt und veröffentlicht.

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd im Mai durch brutale Polizeigewalt habe Proteste in der ganzen Welt ausgelöst, heisst es seitens der "Artreview". In der Kunstwelt habe "Black Lives Matter" auf jeder Ebene Veränderungen bewirkt: Denkmäler seien gestürzt worden, Galerien diversifizierten eilig ihre Programme, zeitgenössische schwarze Künstler würden sichtbar, Museen überdächten, wen sie repräsentierten.

Den zweiten Platz im "Power-100"-Ranking konnte das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa erklimmen, das die Kasseler Documenta im Jahr 2022 kuratiert. Platz drei geht an Felwine Sarr und Bénédicte Savoy. Der senegalesische Ökonom und die in Berlin lehrende französische Kunsthistorikerin fordern die umfassende Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an die ehemaligen Kolonien.

Infolge der Corona-Krise fielen viele Galerien dieses Jahr aus dem Ranking heraus. So ist beispielsweise keine einzige deutsche Galerie mehr darin vertreten. Hingegen schaffte es die Medienkunstsammlerin Julia Stoschek erstmals auf die Liste und landete auf Platz 33. Die "Power 100" werden von einer etwa 20-köpfigen anonymen internationalen Jury erstellt.