5. Juni 2018 - 4:08 / Aktuell 

Michaela Konrad startet mit einer Präsentation von handgedruckten Titelbildern und der Video-Arbeit "Will this be?" ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Lisi Hämmerle. Im Alter von 22 Jahren stößt die Künstlerin zum ersten Mal auf Aldous Huxleys Buch "Brave New World Revisited". In dieser Aufsatzsammlung aus dem Jahre 1958 analysiert der Autor seinen rund 30 Jahre zuvor erschienen Roman und kommt zum Schluss, dass viele seiner damaligen Prognosen bald eintreffen könnten. Er beschreibt eine Welt, die nach der Jahrtausendwende bereits über 6 Milliarden Einwohner haben wird. Und er beschreibt den Druck, den diese stetig wachsende Bevölkerung auf die endlichen Ressourcen der Erde ausüben kann.

Huxley weist auf den rasanten technologischen Fortschritt hin und auf die daraus folgende immer höhere Konzentration von Macht und Geld in Politik, Wirtschaft und Medien. Er sagt das Verschwinden des "kleinen Mannes" voraus, der nicht genug Mittel aufbringen wird, um mit den großen Playern mithalten zu können. Er beleuchtet die Manipulationen der Werbung und der Unterhaltungsindustrie mit ihren ständigen Ablenkungen. Und er weist auf die Gefahr hin, dass diese gesellschaftlichen und politischen Veränderungen den Menschen die Freiheit nehmen können. Demokratische Staaten drohen, sich schleichend in autoritäre Systeme zu verwandeln, die nur mehr den Anschein von Demokratien vermitteln.

In diesem ersten Teil des Projektes "Can this be tomorrow?" versetzt Michaela Konrad die Rezipienten in die goldenen 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sie zeigt eine Reihe von fiktiven Comic Covers im Stil der amerikanischen Golden Age Comics. Inspiriert von Fantasten wie Aldous Huxley, George Orwell oder Phillip K. Dick kreiert sie eine vergangene Vision aktueller Ereignisse. Die Videoarbeit "Will this be?", die gemeinsam mit den handgedruckten Titelbildern präsentiert wird, setzt sich in spielerischer Form mit damaligen Prognosen unserer Gegenwart auseinander.

Eine veränderte Perspektive auf die Gegenwart kann Distanz schaffen – eine Distanz, die wir brauchen, um im Dickicht der vielen simultan ablaufenden Ereignisse im Jetzt Orientierung zu finden – so Michaela Konrads These.

Michaela Konrad, geboren 1972 in Graz, kam 1994 über ein Stipendium für das Centro Municipal de Arte Gráfico, nach Santa Cruz/Teneriffa und fast zeitgleich absolvierte sie das Lehramt an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihr Hauptwohnsitz ist Santa Cruz geworden und seit dieser Zeit pendelt sie zwischen Santa Cruz und Wien.


Michaela Konrad – Can this be tomorrow?
9. Juni bis 6. Juli 2018
Eröffnung: Fr 8. Juni 18, 19 Uhr

Galerie Lisi Hämmerle
Anton-Schneiderstraße 4a
A - 6900 Bregenz

T: 0043 (0)5574 52452
E: galerielisihaemmerle@tele2.at
W: http://www.galerie-lisihaemmerle.at/

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