17. Dezember 2019 - 5:15 / Ausstellung / Karikatur 
10. November 2019 1. März 2020

Der Zeichner und Illustrator Bruno Haberzettl ist seit den 1990er-Jahren nicht aus der österreichischen Karikaturistenszene wegzudenken. Haberzettls Karriere begann beim Jugendmagazin Rennbahn-Express, später arbeitete er dann für den Wiener. Seine farbenfrohen Karikaturen sind gesellschaftskritisch und treffen immer ins Schwarze.

Haberzettl betätigt sich nicht nur als politischer Karikaturist, sondern ist auch ein großer Kritiker von Jagdtourismus und Sonntagsjägern. Ökologie und Umweltschutz sind ihm eine Herzensangelegenheit, und seine Zeichnungen zu diesen Themen haben mittlerweile international Kultstatus.

"Eine gute Karikatur sollte meiner Meinung nach Emotionen hervorrufen. Im Idealfall auch den Zorn der Karikierten. Das kann mitunter auch zu aggressiven Reaktionen führen, aber das sollte der Karikaturist schon aushalten können." – Bruno Haberzettl, Künstler, 2019

Das Karikaturmuseum Krems zeigt die erste umfassende Personale des Karikaturisten von Österreichs auflagenstärkster Zeitung. Die rund 230 Originalwerke aus dem Privatbesitz des Künstlers werden um Arbeiten aus den Landessammlungen Niederösterreich ergänzt.

Gottfried Gusenbauer, Kurator und künstlerischer Direktor Karikaturmuseum Krems, über Bruno Haberzettls Œuvre: "Mit seinen kunstvoll gestalteten Karikaturen führt Haberzettl die Tradition der österreichischen, farbig-manieristischen Ausführung nach Erich Sokol, Horst Haitzinger, Erich Eibl, Manfred Deix und Gerhard Haderer eigenständig weiter. Seinen unverkennbaren Stil entwickelte er im Laufe der Zeit. Er sieht sich selbst als sein größter Kritiker. Das beflügelt seine Kreativität und schützt ihn, nach eigenen Worten, vor Selbstüberschätzung."

Seiner Arbeit bei der Wiener Handelskammer in den 1980er-Jahren, wo er für Auskünfte zu Arbeitsrecht und Kollektivvertragswesen zuständig war, verdankt Haberzettl sein Interesse für gesellschaftspolitische und juristische Themen. Aber statt das begonnene Jusstudium fortzuführen, fasste er den Entschluss, als Illustrator und Karikaturist in der österreichischen Print- und Medienszene mitzumischen.

Seit bald 25 Jahren zeichnet Bruno Haberzettl für die Kronen Zeitung, genauer für die Krone bunt. Als die Krone-Redaktion und Manfred Deix 1995 ihre Zusammenarbeit beendeten, bewarb er sich mit eigenen Karikaturen. Sie wurden sofort angenommen und die Zusammenarbeit besteht – ohne schriftliche Vereinbarung – bis heute.

Karikaturist und Umweltschützer

Haberzettl sieht den Schutz der Natur als unbedingtes Ideal. Darum ist ihm das fehlende Engagement der Entscheidungsträger/innen in der Umweltpolitik unverständlich und zuwider. Für ihn muss der nachhaltige Umgang mit der Natur außer Frage stehen. Seit über 30 Jahren betreibt er mit seiner Frau Nora einen naturnahen Garten mit 14 verschiedenen Feuchtbiotopen, um die Lebensbedingungen der natürlich vorkommenden Amphibienarten zu verbessern. Er selbst sagt in einem Interview mit Gottfried Gusenbauer: "Unsere abstrahierte, digitale, virtuelle, urbane Lebensweise lässt uns unsere alternativlose Abhängigkeit von der Natur nur allzu leicht vergessen. Und da der Trend genau in diese Richtung geht, befürchte ich, dass die emotionale Bindung zur Natur gekappt wird. Damit geht auch ein instinktives Verständnis und Gefühl für natürliche Zusammenhänge verloren."

Bruno Haberzettl - Karikaturen aus 25 Jahren
10. November 2019 bis 1. März 2020

Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstraße 3a
A - 3500 Krems-Stein

T: 0043 (0)2732 9080-20
F: 0043 (0)2732 9080-24
E: office@karikaturmuseum.at
W: http://www.karikaturmuseum.at/

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