14. September 2019 - 13:20 / Ausstellung / Design / Umwelt 
10. September 2019 6. Oktober 2019

Circular Flows: The Toilet Revolution!, der mit dem silbernen „Black Bee Award“ ausgezeichnete österreichische Beitrag zur XXII Triennale di Milano (1. März – 1. September 2019) des Designstudios Eoos (Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gruendl) wird im MAK gezeigt. Als Collateral Project der Vienna Biennale For Change 2019: Schöne neue Werte. Unsere Digitale Welt gestalten ist er im MAK Forum (10. September – 6. Oktober 2019) zu sehen und steht auch im Fokus der Design Nite im MAK (1. Oktober 2019, im Rahmen der Vienna Design Week). In Circular Flows: The Toilet Revolution! präsentiert Eoos den Prototyp einer Toilette zur Urin-Separation. Die Urine Trap bietet eine revolutionäre Designlösung für die Verschmutzung unserer Gewässer durch Stickstoff, eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit.

Der vom Bundeskanzleramt Österreich geförderte und vom MAK beauftragte Österreich-Beitrag knüpfte unmittelbar an das Thema der diesjährigen Triennale – Broken Nature – an. Die Triennale lenkte den Blick auf die Rolle von Design und Architektur beim Verstehen und Reparieren einer Welt, deren natürliche Ressourcen und Regenerationsfähigkeit ausgebeutet sind. Diese Themen werden auch in der Vienna Biennale For Change 2019 diskutiert, unter anderem in der Ausstellung Klimawandel! Vom Massenkonsum zur nachhaltigen Qualitätsgesellschaft, einer Kooperation des MAK und des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (MAK Design Lab, 29. Mai – 6. Oktober 2019).

Circular Flows: The Toilet Revolution! demonstriert in einer multimedialen Installation (Animation und Grafik: Process Studio, Wien), welchen Beitrag die Urin-Separationstoilette zur Wahrung der ökologischen Grenzen unserer Erde leisten kann.

Die Urine Trap von Eoos macht es möglich, Urin in einer herkömmlichen Spültoilette für NutzerInnen unauffällig abzutrennen. Neben anderen Nährstoffen beinhaltet Urin rund 80 % des im Abwasser enthaltenen Stickstoffs: Dieser kann aus dem Abwasserstrom entfernt, dezentral gesammelt und schließlich in behandelter Form als Dünger verwendet werden.

Die Urine Trap basiert auf jahrelangen Forschungsarbeiten der Schweizer „Eawag: Das
Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs“, die Pionierarbeit im Bereich der Urinseparation leistet. Seit 2011 arbeitet die Eawag an einer revolutionären, vollkommen autarken Hightech-Toilette für die Bill & Melinda Gates Foundation, wobei Eoos das Design der Blue Diversion Toilet verantwortet. Zentral ist dabei die getrennte Führung von Wasser, Fäkalien und Urin. Nach Jahren der gemeinsamen Forschung hat Eoos mit der Urine Trap eine Weiterentwicklung vorgelegt, bei der die Urinseparation mit geringem Aufwand in die herkömmliche Spültoilette integrierbar ist. Gemeinsam mit dem Schweizer Keramikhersteller Laufen hat Eoos die Urinseparationstechnologie zu einem Produkt weiterentwickelt.

Führende WissenschaftlerInnen stufen die großen Stickstoffströme als noch bedrohlicher ein als den Klimawandel. Ihrer Ansicht nach überschreitet der biochemische Fluss von Stickstoff die „planetaren Grenzen“, wodurch die Lebensgrundlage der Menschen gefährdet ist.

Circular Flows: The Toilet Revolution! kommt nach Wien
10. September bis 6. Oktober 2019

MAK Wien
Stubenring 5
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 711 36-0
F: 0043 (0)1 713 10-26
E: office@mak.at
W: http://www.mak.at/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  10. September 2019 6. Oktober 2019 /
Urine Trap (Schema, Schnitt durch eine Spültoilette), 2019 © EOOS/grafisches Büro
Urine Trap (Schema, Schnitt durch eine Spültoilette), 2019 © EOOS/grafisches Büro
Ergonomiestudie (Wärmebild mit Urinstrahl), 2018 © EOOS
Ergonomiestudie (Wärmebild mit Urinstrahl), 2018 © EOOS
Urine Trap (Schema, Schnitt durch eine Spültoilette), 2019 © EOOS/grafisches Büro
Urine Trap (Schema, Schnitt durch eine Spültoilette), 2019 © EOOS/grafisches Büro
Installationsansicht des offiziellen österreichischen Beitrags Circular Flows. The Toilet Revolution! Eine Installation von EOOS, beauftragt und kuratiert vom MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, XXII Triennale di Milano 2019 © EOOS
Installationsansicht des offiziellen österreichischen Beitrags Circular Flows. The Toilet Revolution! Eine Installation von EOOS, beauftragt und kuratiert vom MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, XXII Triennale di Milano 2019 © EOOS