29. Februar 2008 - 2:58 / Bühne / Tanz 

Maria Pagés begann ihre Karriere bei der Kompanie Antonio Gades. Dort trat sie vor allem in "Carmen" und "Bluthochzeit" auf. Als Solotänzerin war sie bei der Kompanie Mario Maya, bei Rafael Aguilár und beim Maria Rosa Ballett engagiert. Sie trat auch in einigen Kinofilmen auf, u.a. in Carmen, El Amor Brujo und in Flamenco, alle von Carlos Saura, und in La Belle Otero und Hemingway sowie Fiesta y Muerte von José Maria Sánchez. 1995 übernahm sie nicht nur die Choreographie für einen Teil von "Riverdance – The Show", sondern trat darin auch auf.

Mit "Riverdance" begann ihre weltweite Karriere: City Hall/New York, Chicago, Pantages Theatre/Los Angeles, Wang Center/Boston, Toronto, Sidney, Dublin und London. Pagés kreierte die Choreographie "Ilusiones FM" für das Spanische National Ballett. 1990 gründete sie die Compania Maria Pagés. Bisher erarbeitete sie zusammen mit der Compagnia unzählige Choreographien. Die aktuellsten sind: La Tirana (1998), El Perro andaluz. Burlerias (2001), Flamenco Republic (2001), Canciones, antes de una Guerra (2004) und Sevilla (2006). Im November 2007 zeigt sie im Baryshnikov Arts Centre/New York ihre neueste Kreation: "Autorretrato", eine Performance ihre wichtigsten Tanz-Soli.

María Pagés über Sevilla: "Es gibt zahlreiche Arten, nach Hause zurückzukehren, per Flugzeug, im Zug, im Boot... Handelt es sich um ein imaginäres Zuhause, genügt mithin eine Reise auf den Flügeln der Sehnsucht. Als ich nach meiner langen Reise – während der ich experimentieren und die unendlichen Möglichkeiten des Flamenco ausprobieren konnte – die mit diesem neuen Stück verbundene Herausforderung annahm, verspürte ich das Bedürfnis, wieder an den Anfang meines Abenteuers zurückzukehren. Zu den Wurzeln zurückkehren, in die Kindheit zurückkehren. Sevilla, Ausgangspunkt all meiner Abenteuer, sowohl auf als auch abseits der Bühne. Als Transportmittel wählte ich den Traum...

Als ich wieder zuhause war, wurde mir klar, dass Sevilla nicht bloß Sevilla ist, nicht nur die Giralda mit ihrem Giraldillo, nicht nur die sprudelnden Springbrunnen, in denen sich die ganze Kunstfertigkeit der Sevillaner Handwerker spiegelt, der Vorfahren meiner Eltern und deren Eltern. Sevilla, das ist nicht nur der glänzende Regen auf den Alleen oder die Sonne, die von ockerfarbenen Mauern reflektiert wird, nicht nur die Königlichen Gärten, die Alcazares oder der Mond, der sich auf den orientalischen Kuppeln spiegelt, nicht nur die engen Gassen, die nach den Umzügen der Heiligen Woche vom Kerzenwachs überzogen sind, nicht nur die Kanäle und Pfade durch die Olivenhaine, nicht nur diese gleißende Landschaft, die so zahlreiche Dichter, Maler und Musiker inspirierte.

Nein, Sevilla ist nicht nur all das, sondern viel mehr. Es ist alles, was die Erde braucht, um den Himmel zu berühren. Sevilla ist ein Geheimnis."


Bregenzer Frühling
Sevilla (Österreichpremiere)
Compañía María Pagés
Fr 29. Februar 08, 20 Uhr

Festspiel- und Kongresshaus
Platz der Wiener Symphoniker 1
A 6900 Bregenz



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