29. Dezember 2008 - 2:28 / Ausstellung / Archiv 
20. Dezember 2008 7. Januar 2009

Vom 20. Dezember 2008 bis 7. Januar 2009 zeigt die Galerie K12 in der Bregenzer Kirchstrasse unter dem Titel "Arbeitsamt" Multiples und ein Video von Uwe Jäntsch. Jäntsch lebt – mit Unterbrechungen – seit etwa neun Jahren in Palermo. Er ist niemand, der Kunst als simple Eroberung des öffentlichen Raums betrachtet. Er ist auch alles andere als ein Recyclingkünstler, dem die bloße Symbolik des Materials genügt. Er ist ein intellektueller Geist und seine Arbeit beruht auf einer Symbiose mit der Umwelt.

Statement von Uwe Jäntsch zur Ausstellung: "abreissen. wieder neubauen. abreissen. neubauen. abreissen. so muss der hausbau in vorarlberg sein. alles geht sehr schnell und alles ist sehr wichtig. bauherren und bauarbeiter, architekten, immobilienmakler: alle tummeln sich in den eigens fuer sie gegrabenen bauloecher zornig durchs glas und betongepappe hinauf in den stahlblauen himmel um die huebschen vorarlberger wattewoelkchen ordentlich zurechtzuweisen. fuer mich ist das normal, ich bin reingebohren in diese zeit und empfinde nichts und da bin ich eiskalt. so oder so aehnlich muss ich mich angefuehlt haben vor 10 jahren im sommer 1998 in bregenz. allerdings zu dieser zeit wurde ich nicht bezahlt um lieber gott zu sein, sondern als kuenstler im zentrum des neuen kunsthausplatzes, der bis dahin auf seinen ersten bespieler wartete. das sind tatsachen in der kleinen bregenzer kunstgeschichte. strom fuer meine beleuchtungsanlage und fuers mikrofon ohne zu zicken kam aus dem kubcafe und die bestuhlten zuschauer auch. einige von ihnen gingen mit gekaufter unterwaesche mit einem aufdruck nachhause, meinem bild "bregenz" eine komposition von gefuehl und mathematik. einen monat spaeter schnitt ich wahllos koepfe aus den todesanzeigen der vn aus und liess eine dauerwelle aus jedem kopf rinnen. "vorarlberg" eine komposition von gefuehl und mathematik. doch bei diesem bild kamen die dornbirner zu zuge und wurde fuer einen posterdruck einer us-softgruppe "swell - for all the beautiful people" im spielboden verwendet. allerdings nicht lange klebten die plakate im vorarlberger land. vor allem in raiffeisen-bankfillialen mussten die plakate eliminiert werden. bankangestellte verweigerten ihre arbeit, weil z.b. der tote grossvater oder die tote grossmutter mit rinnender dauerwelle des betroffenden angestellten im kundeneingang klebte. das alles war egal, zum konzertabend kamen 170 zahlende besucher und der jaehzorn des sponsors raiffeisen senkte sich wieder. im moment nervt mich besonders, dass wir im dezember 2008 sind und alle wollen alles neu. das war vor 10 jahren genau gleich. das gleiche verlangen, das gleiche neumachen, das gleiche abreissen. nein so will ich nicht. ich fange mit euch nochmal von vorne an, bregenz, august 1998. mit einem wertsteigerungsverstaendnis: 2 remakes, "bregenz" und "vorarlberg" in 2.auflage und alles in neuer und weicher farbe. ohne sich in kunstdiskussionen zu verzetteln, ohne sich zu uebergrenzen und zu beugen vor der grossen welt der kunst, das spaetestens auf irrsinige collektiv busfahrten auf irgendwelchen komischen kunstmessen endet, weit weg von zuhause. lasst uns nochmal unsere kleine kunstgeschichte in unserer kleinen stadt zusammen aufbauen, die mit mir vor 10 jahren hier begann. verbeugt euch vor mir und trainiert das vor euren spiegel zuhause in euren schicken haeusern bevor ihr zu meiner eroeffnung kommt."
Uwe Jäntsch - Arbeitsamt 20. Dezember 2008 bis 7. Januar 2009

K12 Galerie
Kirchstrasse 12
A - 6900 Bregenz

T: 0043 (0)664 1233212
E: office@k12galerie.at
W: http://www.k12galerie.at/

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