4. Februar 2010 - 2:23 / Ausstellung / Fotografie 
28. November 2009 7. Februar 2010

Vom 28. November 2009 bis 7. Februar 2010 zeigt das Fotomuseum Winterthur die Ausstellung "Das innere Auge" von Graciela Iturbide (*1942). Iturbide ist die bekannteste zeitgenössische Fotografin Mexikos. Ihr Werk ist mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt 2008 mit dem renommierten Hasselblad Award. Ihre 40-jährige fotografische Tätigkeit legt die Spur, um die Entwicklung der Fotografie in Mexiko und in den restlichen Ländern Lateinamerikas zu verstehen.

Ende der 1960er Jahre schreibt sie sich an der Nationalen Universität Mexico City für Film ein. Im Nebenfach besucht sie die Vorlesungen des bekannten Fotografen Manuel Álvarez Bravo, der die Studentin schnell zu seiner Assistentin macht und für die Fotografie begeistert. Zwischen 1979 und 1986 entsteht ihre erste wichtige Arbeit: Immer wieder reist sie nach Juchitán, einem mythischen Ort im südlichen Staat Oaxaca, Heimat der Zapoteken. Sie lebt inmitten der Gemeinschaft, begleitet die einheimischen Frauen und erhält dadurch Einblick in tief verwurzelte Traditionen und Riten, die sie in unvergesslichen Bildern interpretiert. In den Porträts und Landschaften von Juchitán de las Mujeres (Das Juchitán der Frauen) gelingt es Graciela Iturbide, die vielschichtige Welt der Indigenen aufscheinen zu lassen.

Ein weiteres Projekt, das Graciela Iturbide zwischen dem Dokumentarischen und dem Poetischen positioniert, ist ihre Arbeit in der Sonora-Wüste. Dort widmet sie sich den Seri-Indianern. Es gelingt ihr, über die konkreten Lebensumstände hinaus den Zwiespalt einzufangen, der das Leben zwischen zwei kulturell entgegengesetzten Systemen prägt. Damit befreit sie sich von der herkömmlichen Art stigmatisierte Bevölkerungsgruppen zu porträtieren.

Schliesslich ist es Graciela Iturbide, die im Jahr 2006 als Erste das Bad von Frida Kahlo betreten darf. Ganz bewusst tritt sie dieser Ikone der mexikanischen Kultur entgegen. Durch ihre Reinterpretation des 1954 geschlossenen Raumes, dem Todesjahr der Malerin, und ihren Dialog mit den Objekten und dem Werk von Frida Kahlo erschliesst sich Graciela Iturbide einen eigenen Zugang.

Die Ausstellung wurde von der Mapfre Foundation in Madrid organisiert und widmet sich dem Gesamtwerk dieser aussergewöhnlichen Fotografin. Kurator: Urs Stahel, Fotomuseum Winterthur

Graciela Iturbide – Das innere Auge
28. November 2009 bis 7. Februar 2010

Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44 + 45
CH - 8400 Winterthur

T: 0041 (0)52 234 10 34
F: 0041 (0)52 233 60 97
E: fotomuseum@fotomuseum.ch
W: http://www.fotomuseum.ch/

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Chalma, México, 2008. Silbergelatine-Abzug; © Graciela Iturbide, 20
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El baño de Frida (Fridas Badezimmer), Coyoacán, México, 2006. Silbergelatine-Abzug; © Graciela Iturbide, 2009
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Nuestra Señora de las iguanas (Die Heilige Jungfrau der Leguane), Juchitán, México, 1979. Silbergelatine-Abzug, Sammlung Mapfre Foundation; © Graciela Iturbide, 2009
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Mujer ángel, Desierto de Sonora (Engelsfrau, Sonora-Wüste), México, 1979. Silbergelatine-Abzug, Sammlung Mapfre Foundation; © Graciela Iturbide, 2009
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¿Ojos para volar? (Augen zum Fliegen?), Coyoacán, México, 1991. Platin-Druck; © Graciela Iturbide, 2009