4. Oktober 2008 - 3:15 / Ausstellung / Archiv 
9. August 2008 5. Oktober 2008

1948 wurden die Schätze der Fürstlichen Sammlungen unter dem Titel "Meisterwerke aus den Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein" in einer spektakulären Ausstellung im Kunstmuseum Luzern zum ersten Mal – und seither niemals wieder – ausserhalb Wiens zur Gänze gezeigt. Viele dieser Landschaften sind nun Teil der Präsentation anlässlich der 60. Wiederkehr dieses denkwürdigen Ereignisses.

Landschaften bilden einen Kernbestand der fürstlichen Bildergalerie, sie decken den kompletten Sammlungsbereich vom späten 14. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ab. Tritt die Landschaft anfangs noch nicht als eigentliches Sujet, sondern nur als Ausblick, als Hintergrundstaffage auf, gewinnt sie in der Folge zunehmend Gewicht als eigenes Genre und erreicht schon im 17. Jahrhundert vor allem bei den Flamen und Holländern ihre erste Hochblüte. Gerade diese Künstler sind in den Fürstlichen Sammlungen mit unvergleichlichen Hauptwerken vertreten – schon in der Einleitung des Luzerner Katalogs von 1948 wird festgehalten, dass "der Blick der fürstlichen Sammler zu allen Zeiten nach Belgien und Holland gerichtet war" – gestern wie auch noch heute.

Die Ausstellung breitet das gesamte Spektrum der Landschaftsmalerei, bis zu soeben erworbenen und hier erstmals gezeigten Beispielen von Stadtlandschaften, aus. Im späten 18. und beginnenden 19. Jahrhundert entstanden arkadische Landschaften, Ideallandschaften, die den Besucher in eine erdachte, so niemals existente antike Welt entführen sollten; eine Generation später suchten Maler wie Ferdinand Georg Waldmüller das Licht des Südens und entdeckten noch im Biedermeier die Freiluftmalerei, die dann bruchlos in den Impressionismus überführte. Speziell diese Periode könnte durch nichts besser als durch das Material der Fürstlichen Sammlungen abgedeckt werden, alle grossen Namen der Zeit sind hier mit bedeutenden Hauptwerken vertreten.

Um die 50 Gemälde unterschiedlichster Formate zeigen einen Querschnitt durch das faszinierende Feld der Landschaftsmalerei innerhalb von fünf Jahrhunderten, von den bescheidenen Anfängen als kleiner Ausblick im Hintergrund bis zum monumentalen Panorama, in das der Besucher eingeladen ist, hineinzuspazieren.


Der Blick in die Ferne
9. August bis 5. Oktober 2008

Kunstmuseum Luzern
Europaplatz 1
CH - 6002 Luzern

T: 0041 (0)41 22678-00
F: 0041 (0)41 22678-01
E: kml@kunstmuseumluzern.ch
W: http://www.kunstmuseumluzern.ch/

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Jan Brueghel der Ältere (1568-1625), Landschaft mit dem jungen Tobias, 1598. Öl auf Kupfer; Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz-Wien
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Joos de Momper (1564-1635), Gebirgslandschaft mit Pilgern in einer Grotte, ca. 1620. Öl auf Leinwand, 226 x 327 cm; Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz-Wien
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Willem Van de Velde der Jüngere (1633-1707), Schiffe vor der Küste, 1672. Öl auf Leinwand, 45x55 cm; Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz-Wien
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Salomon van Ruysdael (1600/03-1670), Belebte Flusslandschaft mit Blick auf Gorinchem, 1647. Öl auf Leinwand, 96 x 133 cm; Hohenbuchau Collection