5. Februar 2012 - 1:51 / Ausstellung / Fotografie 
26. November 2011 12. Februar 2012

Der englische Apotheker und Meteorologe Luke Howard schrieb 1802 im Vorwort zu seinem Entwurf einer Klassifikation der Wolkenformen: "Anhand der Formen der Wolken lässt sich erkennen, welche unsichtbaren Kräfte den Zustand der Atmosphäre bestimmen, ebenso wie man im menschlichen Gesicht Stimmungen und Gemütslagen lesen kann." Achtzig Jahre später waren sich die Meteorologen noch immer nicht einig, wie die Formen der Wolken richtig einzuteilen, zu benennen und zu lesen sind.

In dieser Zeit bedienten sich Wissenschaftler erstmals der Fotografie, um Wolken abzubilden und zu vermessen. Mit ihrer Hilfe versuchten sie, präzise und naturgetreue Bilder zu gewinnen, die Aufschluss über das Zusammenspiel von Wolken und Atmosphäre gaben, und mit denen sich eine Klassifikation der Wolkenformen erschliessen und vermitteln liess.

Die Ausstellung "Wolkenstudien – Der wissenschaftliche Blick in den Himmel" zeigt sechs Stationen der meteorologischen Wolkenfotografie, von ihren Anfängen in den 1880er Jahren – in der Schweiz mit den ersten Bildern von Albert Riggenbach, vom Säntis fotografiert – bis zu den in Tageszeitungen veröffentlichten Aufnahmen der ersten Wettersatelliten in den 1960er Jahren in den USA. Anfang des 20. Jahrhunderts werden Wolkenformationen und -systeme fotografisch vor allem vom Militär erkundet und führen zu grundlegenden Erkenntnissen in der Bestimmung von ineinander greifenden Wettersituationen.

"Wolkenstudien – Der wissenschaftliche Blick in den Himmel" ist eine reiche Materialsammlung von Fotografien, Notizen, Aufzeichnungen und Atlanten aus den unterschiedlichsten Forschungsquellen und zeigt die Ursprünge unserer heutigen Wetterprognose. Jede der sechs Stationen steht dabei für eine eigene wissenschaftliche und fotografische Sichtweise auf Wolken. Die von Helmut Völter zusammengestellte Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museum für Photographie Braunschweig.

Im Spector Verlag Leipzig erscheint die begleitende Publikation "Wolkenstudien – Sechs Stationen der wissenschaftlichen Wolkenfotografie" mit einem Text von Helmut Völter.

Wolkenstudien – Der wissenschaftliche Blick in den Himmel
26. November 2011 bis 12. Februar 2012 (Galerie)

Fotomuseum Winterthur
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Albert Riggenbach: Cumulus, Basel, um 1895. Silbergelatine-Abzug aus einem gleichnamigen Tableau; © Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich
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Ralph Abercromby: Raggy, Inky Cloud, London, 1884 (ausgefranste, tintenschwarze Wolke). Silbergelatine-Abzug; © Met Office National Meteorological Archive
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Ferdinand Quénisset: Alto-Cumulus et Cirro-Cumulus, Dugny bei Paris, 1916. Silbergelatine-Abzug; © Société Astronomique de France
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Masanao Abe: Cloud Film No. 116 b, Gotemba, Japan, 1932 (Wolkenfilm). Filmstill; © Archiv Masanao Abe