17. April 2011 - 3:26 / Ausstellung / Museum 
13. April 2011 1. April 2012

Der Vielfalt an Verpackungen, wie Truhen, Kästchen oder Futteralen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ist die Ausstellung "Die zweite Haut. Objekte zum Verpacken und Bewahren" gewidmet, die am Dienstag, 12. April 2011, in der MAK-Studiensammlung Metall eröffnet wird. Zu sehen sind rund 80 Objekte, wobei das älteste eine Büchse aus Leder und Eisen aus dem 14. Jahrhundert ist.

Sammelleidenschaft und zunehmende Mobilität bedingten die Entwicklung von Objekten zum Verpacken und Bewahren kostbarer wie alltäglicher Gegenstände für weltliche und kirchliche Zwecke. Bis ins 18. Jahrhundert war es durchaus üblich mit dem Hausrat zu verreisen. Primär als Schutz vor Beschädigungen wurden Truhen, Kisten, Schränke, Futterale etc. für komplette Ausstattungen, aber auch singuläre Objekte angefertigt.

Um die Vielfalt der Formate und Materialien dieser Behältnisse zu demonstrieren, werden weitere entsprechende Beispiele – teils mit Inhalt – aus den Beständen der MAK-Sammlungsbereiche Asien, Glas und Keramik, Möbel und Holzarbeiten sowie Textilien und Teppiche und aus der Bibliothek gezeigt. Vor allem die älteren Exponate sind verziert und mit sparsamem oder flächendeckendem Dekor versehen. Dazu gehören Schatullen, Kästchen oder Schachteln ebenso wie Kabinettschränke, die zur Lagerung zum Beispiel von Münzen, Medaillen, Steinen, Schmuck etc. von den Sammlern in Auftrag gegeben wurden.

Unter den ausgestellten Objekten befinden sich u.a. ein Etui für einen Aderlass-Schnepper aus dem Jahr 1784, Necessaires aus dem 16. Jahrhundert aus Leder, Edelmetall, Pergament und Seide oder Futterale für Reisebesteck.

Schatullen, erkennbar am tonnengewölbten Deckel aus Holz, Leder und Metall und eventuell mit einer Textilbespannung versehen, wurden von der Reisetruhe abgeleitet. Unterschiede in der Größe und im Material erklären sich durch den Gebrauch. In Hochzeitskästchen etwa wurde die Morgengabe wie Münzen, Schmuck oder Toiletteartikel überreicht. Besonders hervorzuheben sind eine Kassette aus dem 16. Jahrhundert aus Italien mit Reliefstickerei und eine weitere aus japanischem Nambam-Lack. Selbst als Reliquienschrein fand dieser Typus Verwendung, indem er mit christlichen Szenen verziert wurde.

Als Werkstoff diente den sogenannten Futteralmachern vorwiegend Leder, das entweder auf einer Holzunterlage aufgezogen werden konnte, aber auch über einen Kern aus Holz zur gewünschten Form gepresst, verleimt, vernäht und anschließend verziert wurde. Manche "Hüllen" verraten mehr; als sie verdecken, gleichsam einer "zweiten Haut" geben sie die Form des Gegenstands wieder und offenbaren somit den Inhalt.

Die zweite Haut
Objekte zum Verpacken und Bewahren
13. April 2011 bis 1. April 2012

MAK Wien
Stubenring 5
A - 1010 Wien

W: http://www.mak.at/

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Kassette, Wien um 1930. Leder, Chromstahl; © MAK/Georg Mayer
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'Las Vegas Wedding'. Ulrike Johannsen, Wien 1994. Silber teilweise vergoldet, Opal; © MAK/Georg Mayer
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Fotokamera 'Brownie' im Etui; Rochester (New York) 1936. Eastman Kodak; Leder, Bakelit. © MAK/Georg Mayer
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Etui für Besteck; Österreich 2. Hälfte 18. Jh. Leder, Eisen, Silberfiligran, Granaten; © MAK/Georg Mayer