Kurt Bracharz

30. Januar 2006 - 11:56

Der Kasperl betritt die Bühne und ruft: Seid ös olle imma no do? Die Mitglieder der Koalition plärren: »Joooh!« Kasperl (beiseite): Unglaublich, die Gfraßtr bring ma nimmer los. Zum Publikum: Stellt’s Euch vor, mir homs a Salzfassl gstohln!

Er wird von der Liesl von hinten angestoßen. Kasperl: KREIIISCH! Das Krokodil! Hüfe, hüfe! Liesl: Geh du Depp, i bins doch, das Lieserl. Kasperl: Jessas, so im Halbdunkel ... griaßdi, Liesl. Host scho gheat ... Liesl: Dir hams dei Salzfassl gstohln? Des siaht dir ähnlich, du blöder Wurschtel! Woas wertvoll? Kasperl: Und wia! Voll Himalayasalz, in Kinderhandarbeit aus der durchgschwitzten Kuttn vom Dalai Lama gwonnen! Liesl: Ah des is jo unbezahlbar. I hob scho dacht, es sei nur irgend so a Kunschtglump gwesn. Wea woas denn? Kasperl: Es muaß a ganz a gwitzta Spezialist vom organisierten Verbrechen gwesn sein. Liesl: Ah, woa des Fassl so guat xichert? Kasperl: Wie Fortnox! Am Küchentisch isses gstandn! Neben dem Pfeffastreua, zur Tarnung! Wia a normals, rieselfreudigs Salz!

Seppl stolpert besoffen wie ein Parlamentshinterbänkler mit einem Salzfass in der Hand auf die Bühne. Seppl, mit stark verwaschener Diktion: Du Gaschperl, i glaub dös Salzfassl kört dir. I hobs in mein Dampf versehentlich mitgnommn. Kasperl riecht an dem Salzfass. Kasperl: Es ist wieder da! Ein Spinatwachter kommt zufällig vorbei. Kasperl: Dankschön Herr Spinatwachter, dass Sie des Fassl wieder gfundn ham! Spinatwachter: Mir hom alles im Griff, außer der Drogenszene, den Neonazis, den Permanentnazis und dem organisierten Verbrechen. Kasperl: Wollens net a Verhaftung vornehmen? Der Spinatwachter packt die Liesl an den Dutteln. Liesl: Mi doch net, du Trottel! Spinatwachter: Tschuldigen, i hob dacht Sö san das Krokodil. Seppl speibt ihm über die Uniform und wird daraufhin abgeführt. Liesl: Mei, san des Deppen! Kasperl: I hob immer dacht, »Bildungskatastrophe« sei dein zweiter Vorname! Liesl gibt ihm eine Dachtel, dass er von der Bühne fällt. Die Koalition applaudiert.

Die Meinung von Gastautoren muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. (red)