3. Oktober 2007 - 4:47 / Bühne / Schauspiel 

Don Juan, Atheist und schamloser Verführer, hat Elvira aus dem Kloster geraubt, sie geheiratet und wieder verlassen. Weder ihr Hass noch ihre Vergebung können Don Juan zur Rückkehr bewegen. Im Gegenteil, er macht den Bäuerinnen Charlotte und Mathurine den Hof, um sie dann gegeneinander auszuspielen. Er verspottet einen gottesfürchtigen Bettler ebenso wie seinen Gläubiger, der nie Geld erhält.

Die Warnungen und Drohungen der von ihm Betrogenen, die ihn an das Strafgericht Gottes erinnern, schlägt er in den Wind. Nachdem die Kritik seines Vaters an seinem Lebenswandel zunächst von ihm ignoriert wird, täuscht er diesem reumütig die innere Umkehr und die Hinwendung zur Religion vor. Aber Sganarelle, seinem Diener, gibt er sich als Heuchler zu erkennen. Und Sganarelle hat grosse Angst vor der Rache des zürnenden Himmels. Diese erfolgt, nachdem der furchtlose Don Juan die steinerne Statue eines kürzlich von ihm getöteten Komturs zum Abendessen einlädt. Don Juan wird von der sich öffnenden Erde verschlungen.

Von Sganarelle als Dämon, Häretiker und Epikuräer bezeichnet, werden die negativen Züge Don Juans bei Molière durch seinen Esprit, seine Eleganz und rhetorische Gewandtheit, nicht zuletzt auch durch seinen Mut und seine Kühnheit gemildert.

Nach der Uraufführung 1665 entbrannte um das Stück heftiger Streit. Die Interpretation des Stoffes galt als zu zeitkritisch. Der mächtige und vom Hof unabhängige Don Juan verlachte als Freigeist Monogamie und Religion und wurde zu einer gesellschaftlich und ideologisch unkontrollierbaren Figur. Mit Billigung des Königs wurde "Don Juan" in zensierter Form fünfzehn Mal gespielt. Danach verschwand die Komödie vom Spielplan und wurde zu Lebzeiten Molières auch nie gedruckt.

Regisseur Werner Düggelin hat für seine Inszenierung eine eigene deutsche Fassung erarbeitet. Marcus Bluhm ("Bunbury") als Don Juan und Johannes Zirner ("Romeo und Julia") als Sganarelle liefern sich rasante Wort- und Degengefechte. Die Fechtszenen wurden – wie schon bei "Romeo und Julia" – vom Kampftrainer Klaus Figge einstudiert. Peter Arens, lange Jahre im Zürcher Ensemble, kehrt als Don Luis auf die Pfauenbühne zurück.

"Don Juan" ist die erste von zwei Molière-Inszenierungen in dieser Spielzeit. Im Dezember wird Matthias Hartmann den "Tartuffe" auf die Pfauenbühne bringen


Don Juan von Molière
Regie: Werner Düggelin
Premiere am 29.09.2007

Weitere Vorstellungen:
4./5./10./11. Oktober
12./13./14./21. Oktober
23./28./31. Oktober

Schauspielhaus Pfauen
Rämistrasse 34
CH - 8001 Zürich

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