Das Kunsthaus Zug und der Künstler Thomas Schütte haben im Daheimpark die neue Installation "Hütte" realisiert, ein weiteres Kunstwerk im öffentlichen Raum und ein Ort zum Verweilen.

Eigentlich schon im letzten Jahr zum "30-Jahr-Jubiläum Kunsthaus an der Dorfstrasse" als Geschenk an die Öffentlichkeit geplant, konnte das Projekt nun umgesetzt werden. Für die Dauer von fünf Jahren wird der einladende, offene rote Holzbau im Daheimpark ein Platz für kleine und grosse Akteure zum Bespielen und für alle ein neuer Ort der Begegnung sein.

Der Daheimpark: Bewusst gewählt und wenig bekannt Thomas Schütte wählte den Daheimpark, der direkt ans Kunsthaus angrenzt, bewusst als Standort für sein Werk aus. Der schwebende, ganz aus Holz gebaute Pavillon fügt sich perfekt in das leicht abfallende Gelände mit altem Baumbestand ein, gleichzeitig akzentuiert er mit seiner markanten Form das Areal. Seine nach Westen hin offene Bühne ermöglicht einen freien Blick auf die Stadtmauer, den Turm und darüber hinaus, umgekehrt bietet sie Raum für das Gesehen-werden der Betrachtenden.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte Thomas Schütte auch den Steinskulpturen im oberen Daheimpark, sie stammen vom zugerisch-deutschen Bildhauer-Architekten Johann Michael Bossard (1874-1950). Dessen Gesamtkunstwerkanlage, die "Kunststätte Bossard" in Jesteburg/D, kann mit Schüttes Skulpturenhalle und Erweiterungsbau in Neuss/D in Bezug gebracht werden.

Schütte hatte das Projekt 2016 ursprünglich für den Wormsley Estate in der Grafschaft Buckinghamshire/England geplant. Nun steht die "Hütte" – der Titel steht mit dem Künstler-Namen humorvoll in Verbindung – im eher wenig bekannten und etwas verwunschenen Daheimpark in Zug. Sie reiht sich damit in die vom Kunsthaus Zug initiierten Interventionen ein, die seit Mitte der 90er-Jahre das Bild im öffentlichen Raum der Stadt Zug prägen: So die verschiedenen Holzinstallationen von Tadashi Kawamata, die skulpturale Installation "Seesicht" von Roman Signer an der Seepromenade, "The Ship of Tolerance" von Ilya und Emilia Kabakov im Brüggli, oder auch die neue Installation der walisischen Künstlerin Bethan Huws über der Kunsthausmauer an der Dorfstrasse.

Der deutsche Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte zählt zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Der mehrfache documenta-Teilnehmer hatte Einzelausstellungen unter anderem in der Fondation Beyeler in Riehen und im Kunsthaus Bregenz. Eine permanente Installation von ihm zeigt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein/D. 2024 wird ihm das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive widmen.

Die neue "Schütte-Hütte" in Zug ist die erste langfristige Realisation einer Schütte-Architektur in der Schweiz.

Thomas Schütte: "Hütte", 2016-2021
Donnerstag, 17. Juni 2021
18.00 Uhr
Daheimpark, Zug

Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
CH - 6301 Zug

W: http://www.kunsthauszug.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Thomas Schütte, ‹Hütte›, Modell, 2016
Thomas Schütte, ‹Hütte›, Modell, 2016