25. September 2008 - 3:24 / Ausstellung / Archiv 
21. Juni 2008 28. September 2008

Im Jahre 1758 wurde die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur gegründet, ihr 250jähriges Gründungsjubiläum 2008 ist Anlass einer Ausstellung in der Staatsgalerie. Innerhalb ihrer wechselvollen Geschichte, in der es zu mehreren Niedergängen und Neugründungen kam, wurde 1824 die Porzellanmanufaktur aus wirtschaftlichen Gründen zum erstenmal aufgelöst. Ihre Sammlung der Werke auf Papier mit ca. 450 Entwurfszeichnungen und rund 1.000 Blatt Druckgraphik kam in das Königliche Kupferstichkabinett Stuttgart.

Aus diesem bedeutenden Bestand präsentiert die Ausstellung etwa 50 ausgewählte Entwurfszeichnungen für Gefäße, Figurengruppen und für die Bemalungen. Die unverwechselbaren und für die Manufaktur charakteristischen Entwürfe Gottlob Friedrich Riedels, wie etwa das Service mit Schuppenmuster, üppig ausgestaltete Prunkgefäße oder seine originellen figürlichen Monatsdarstellungen, bilden den Kern der Präsentation. Einen weiteren Höhepunkt stellt eine Gruppe von Gefäßen mit geflügelten oder gehörnten Drachenköpfen dar, vermutlich Inventionen des berühmten Hofmalers Nicolas Guibal.

Zudem führt eine Reihe von Vorlagen, die explizite Anweisungen und Konstruktionshilfen für die Modelleure enthalten, das Prozedere der Porzellanherstellung vom Entwurf bis zur praktischen Herstellung vor Augen. Ausgewählte Originalporzellane der Ludwigsburger Manufaktur stehen den Blättern zur Seite und geben Gelegenheit, Vorzeichnungen und ausgeführte Objekt vergleichend zu betrachten. So vermitteln bereits die kunstvollen Entwürfe auf Papier mit ihren ungewöhnlichen Formen, mitunter grotesken Figuren und phantasievollen Dekorationen einen repräsentativen Eindruck von der exzentrischen Liebhaberei des Manufakturgründers Carl Eugen, von der Tafelkultur und den modischen Gebräuchen am Württembergischen Hof im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Zeitgleich zur Präsentation "Mit erhabenen Zierathen" zeigt das Landesmuseum Württemberg die Sonderausstellung "Luxus und Lustbarkeiten des Rokoko. Herzog Carl Eugens Venezianische Messe". Die beiden Institutionen unterstützen die Projekte gegenseitig durch ihre Leihgaben.


Mit erhabenen Zierathen
Die Entwurfszeichnungen der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur
21. Juni bis 28. September 2008

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30-32
D - 70173 Stuttgart

W: http://www.staatsgalerie.de/

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  •  21. Juni 2008 28. September 2008 /
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Anonym. Ludwigsburger Porzellanmanufaktur (Gottlieb Friedrich Riedel?). Kavalier und Dame, 1759; © Staatsgalerie Stuttgart, 2008
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Gottlieb Friedrich Riedel. Entwurf zu einer Duft-Vase mit aufgelegten plastischen Blumen, um 1760. © Staatsgalerie Stuttgart, 2008
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Anonym, (vielleicht Nicolas Guibal). Entwurf für ein Milchkännchen (Drachenform), um 1760. Feder in Grau über Spuren von Schwarzem Stift, grau, gelb, rosa und blau laviert/kräftiges gelbes Bütten, 18,4 x 24,5 cm. © Staatsgalerie Stuttgart, 2008
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Kaffeekanne mit Schuppenrelief und farbiger Blumenmalerei. Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, um 1765-70. Modell nach Gottlieb Friedrich Riedel; © Landesmuseum Württemberg, 2008