7. Januar 2021 - 10:30 / Ausstellung
23. Januar 2021 24. Mai 2021

Unter dem Titel "Kosmos Emma Kunz" zeigt das Kunsthaus fünfzehn internationale Kunstschaffende im Dialog mit Emma Kunz (1892–1963). Vieles, was die Aargauer Forscherin, Heilerin und Künstlerin mit ihrem ganzheitlichen Denken und dem Hinterfragen von Konventionen vorwegnahm, ist in der zeitgenössischen Kunst aktuell. In der Ausstellung werden sechzig Werke der Pionierin, darunter zahlreiche unbekannte Zeichnungen gezeigt.

"Mein Bildwerk ist für das 21. Jahrhundert bestimmt", soll Emma Kunz einst prophezeit haben. Die Weissagung der aus Brittnau im Kanton Aargau stammenden Forscherin, Naturheilpraktikerin und Künstlerin scheint sich zu bewahrheiten: Emma Kunz' Zeichnungen, die 1973 im Aargauer Kunsthaus erstmals überhaupt der Öffentlichkeit präsentiert wurden, waren in den letzten Jahren in Venedig, München, London, Tel Aviv oder Hongkong zu sehen und werden von einem internationalen Publikum gefeiert. Auch zahlreiche Kunstschaffende interessieren sich für Emma Kunz. In und ausserhalb der Schweizbeschäftigen sie sich mit ihr als prägender Figur. Sie setzen sich mit Kunz' Zeichnungen auseinander, die mit Pendel, Zirkel und Lineal entstanden sind, oder mit ihrer Forschungstätigkeit; sie beziehen sich auf ihre heilenden und hellseherischen Fähigkeiten oder auf ihren ganzheitlichen Ansatz, Mensch, Natur und Kunst als ein Kontinuum zu verstehen. Zurückgezogen und fern vom Kunstgeschehen lebte Kunz bereits vor achtzig Jahren vor, was in der Kunst heute selbstverständlich ist: einen erweiterten Kunstbegriff, der die Frage nach Kunst oder Nicht-Kunst aussen vor lässt und stattdessen verschiedenste Handlungsfelder – Forschung, Medizin, Naturkunde ebenso wie das Übersinnliche, Animistische und Visionäre – einbezieht.

Die Arbeit von Emma Kunz bildet das konzeptuelle Zentrum der Gruppenausstellung. Mit ausgewählten Zeichnungen, deren Existenz bis vor kurzem unbekannt war, vervollständigt sich nicht nur das Wissen über das bildnerische Werk von Emma Kunz. Die Analyse und Auswertung von unbearbeitetem Quellenmaterial erlauben zudem das vorherrschende Bild der Künstlerin, um die sich viele Mythen ranken, zu differenzieren. Interviews mit Zeitzeuginnen und -zeugen, fotografisches Nachlassmaterial, Presseberichte und historisches Filmmaterial wurden aufgearbeitet und zeigen auf, wie sich die Aufnahme und Resonanz von Kunz' Werken in der Kunstwelt seit ihrer ersten öffentlichen Präsentation im Aargauer Kunsthaus 1973 verändert hat. In vertiefter Auseinandersetzung mit dem Wirken von Emma Kunz präsentieren fünfzehn nationale und internationale zeitgenössische Kunstschaffende der jüngeren Generation ihre Arbeiten. Viele dieser Werke entstehen eigens für die Ausstellung in Aarau. Sie umfassen unterschiedlichste Medien und greifen deutlich über die formal-visuelle und ästhetische Ebene der Zeichnungen hinaus. Der Referenzrahmen beinhaltet spezifische Themen aus ihrem Wirkungsfeld wie auch die Persönlichkeit und Arbeitsweise von Emma Kunz. Die Liniengeflechte in den Zeichnungen von Emma Kunz stehen sinnbildlich für den Kosmos, den die Ausstellung aus dezidiert zeitgenössischer Perspektive eröffnet.

Kosmos Emma Kunz
Eine Visionärin im Dialog mit zeitgenössischer Kunst
23. Januar bis 24. Mai 2021
Kuratorin: Yasmin Afschar, Kuratorin Aargauer Kunsthaus

Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
CH - 5001 Aarau

W: http://www.aargauerkunsthaus.ch/

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  •  23. Januar 2021 24. Mai 2021 /
Emma Kunz, Werk Nr. 333, undatiert, Farbstift und Ölkreide auf blauem Millimeterpapier, 106 x 105 cm, Emma Kunz Stiftung, Würenlos  © Emma Kunz Stiftung
Emma Kunz, Werk Nr. 333, undatiert, Farbstift und Ölkreide auf blauem Millimeterpapier, 106 x 105 cm, Emma Kunz Stiftung, Würenlos © Emma Kunz Stiftung
Dora Budor, Origin II (Burning of the Houses), 2019, sonderangefertigte Umweltkammer (reaktives elektronisches System, Kompressor, Ventile, 3-D-Druckelemente, Aluminium, Acryl, LED-Licht, Glas, Holz, Farbe), organische und synthetische Pigmente, Kieselgur, Effekt-Staub, Filz, 152 x 159 x 87 cm/ Filzteppich 409 x 239 cm, Courtesy of the artist and Antenna Space © Dora Budor Ausstellungansicht, "I am Gong", Kunsthalle Basel, Schweiz Foto: Gina Folly, Kunsthalle Basel
Dora Budor, Origin II (Burning of the Houses), 2019, sonderangefertigte Umweltkammer (reaktives elektronisches System, Kompressor, Ventile, 3-D-Druckelemente, Aluminium, Acryl, LED-Licht, Glas, Holz, Farbe), organische und synthetische Pigmente, Kieselgur, Effekt-Staub, Filz, 152 x 159 x 87 cm/ Filzteppich 409 x 239 cm, Courtesy of the artist and Antenna Space © Dora Budor Ausstellungansicht, "I am Gong", Kunsthalle Basel, Schweiz Foto: Gina Folly, Kunsthalle Basel
Goshka Macuga, Madame Blavatsky, 2007 Holz geschnitzt, Fiberglas, Kleidung, Stühle, 114 x 190 x 74 cm, Sammlung Monika Schnetkamp  © 2020, ProLitteris Zürich Courtesy: Sammlung Monika Schnetkamp/Monika Schnetkamp Collection
Goshka Macuga, Madame Blavatsky, 2007 Holz geschnitzt, Fiberglas, Kleidung, Stühle, 114 x 190 x 74 cm, Sammlung Monika Schnetkamp © 2020, ProLitteris Zürich Courtesy: Sammlung Monika Schnetkamp/Monika Schnetkamp Collection