28. November 2020 - 7:39 / Aktuell / Kunst 

Mit Hilfe eines privaten Mäzenatenehepaars aus Dornbirn konnte das Franz-Michael-Felder-Archiv einen lange verschollen geglaubten Brief von Angelika Kauffmann an den bedeutenden deutschen Schriftsteller und Aufklärer Christoph Martin Wieland erwerben.

Zur Geschichte dieses Briefes: Am 18. November 1792 schreibt Angelika Kauffmann aus Rom an den bedeutenden deutschen Schriftsteller und Aufklärer Christoph Martin Wieland, dass sie sich über sein Interesse an ihren Arbeiten freue und sie gerne einige Zeichnungen für seinen "Oberon" beisteuern könne. Er möge ihr doch einige Stellen nennen, nach denen sie zeichnen soll. Der Brief, in dem diese Zeilen stehen, galt seit mehr als 100 Jahren als verschollen. Er war nur in einer Abschrift bekannt, die um 1900 gemacht wurde. Das Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek konnte den nun wieder auf dem Antiquariatsmarkt aufgetauchten Originalbrief kürzlich mit Hilfe eines privaten Mäzenatenehepaars aus Dornbirn erwerben.

Mit einem Verkaufspreis von 9.500 Euro zählt er zu den teuersten Autographen von Angelika Kauffmann, sei aber gleichzeitig von überragender Wichtigkeit, weil er unter anderem verdeutliche, welchen Zuspruch Angelika Kauffmann von den herausragenden Persönlichkeiten ihrer Zeit erfuhr – und mit welchem Selbstbewusstsein sie auch brieflich diesen gegenüber auftrat, schreibt das Felder-Archiv.

Das Schriftstück sei eine bedeutende Erweiterung der Autographensammlung des Felder-Archivs, in der sich schon mehrere Briefe von Angelika Kauffmann befinden. Wie nachgefragt Angelika Kaufmanns Briefschaften bereits im 19. Jahrhundert waren, zeigt sich daran, dass sich dieser Brief an Wieland schon Mitte des Jahrhunderts in der bedeutenden österreichischen Autographensammlung des Grafen Victor von Wimpffen befand. Diese Sammlung wurde kurz nach 1900 verkauft und versteigert. Auch der Brief von Angelika Kauffmann fand damals einen neuen Besitzer, verschwand in der Dunkelheit einer privaten Sammlung, aus der er erst vor kurzem wieder auf dem Markt auftauchte. Durch die Erwerbung für das Felder-Archiv ist dieser Brief der Öffentlichkeit nun zugänglich.