15. Oktober 2019 - 8:37 / Aktuell / Musik 
19. Oktober 2019

Das Komponistinnen-Festival im Juni 2018 hat schöne Folgen: Die Musik von Maria Bach, löste nicht nur im Frauenmuseum Hittisau große Freude und Bewunderung aus. Der SWR (Südwestdeutscher Rundfunk) war so begeistert von dieser Entdeckung, dass er beschloss, mit den Pforte-Musiker_innen eine CD mit Werken Maria Bachs aufzunehmen.

Programm
Maria Bach (1896–1978): Streichquintett 1936, Wolgaquintett 1927,
Maria Bach und Johanna Müller-Hermann (1868–1941): Lieder für gemischten Chor

Christine Busch & Elene Meipariani Violine
Klaus Christa Viola
Mathias Johansen & Conradin Brotbek Violoncello
Akiko Shiochi Klavier
Kammerchor Vocale Neuburg | Oskar Egle Leitung

Ihrer Komposition seien Charakteristika zu entnehmen, die «nicht gerade einen weiblichen Komponisten vermuten ließen.» So schrieb der Kritiker R. Specht über das Streichquartett von Johanna Müller-Hermann in der Zeitung «Der Merker» am 1. März 1911.

Dieses Zitat zeigt, mit welchen Vorurteilen sich Komponistinnen über Jahrhunderte herumschlagen mussten. Abgesehen von der Tatsache, dass es dem Kritiker nicht einfiel, dem Wort «Komponist» eine weibliche Form abzugewinnen, dürfen wir durchaus darüber rätseln, was das wohl für Charakteristika waren, die keinen «weiblichen Komponisten vermuten ließen»

War es großes satztechnisches Können? Oder der Einfallsreichtum ihres Werkes? Die Tiefe der Empfindung in diesem Werk oder eine gewisse Kühnheit? In einer ausschließlich von Männern dominierten Musiklandschaft, bedeuteten die Rollenzuschreibungen der Geschlechter ein unüberwindbares Stigma: Wenn eine Frau hervorragend komponierte, dann führte das im besten Fall dazu, dass ihr Werk eben «nicht gerade einen weiblichen Komponisten vermuten» ließ. Umso erstaunlicher ist es, dass es Künstlerinnen wie Johanna Müller-Hermann und Maria Bach gelang, sich als Komponistinnen zu etablieren.

«Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.», Pforte im Frauenmuseum
Frauen komponieren im Wien der Jahrhundertwende
Pforte im Frauenmuseum
Samastag, 19. Oktober 2019 um 17.00 Uhr

Frauenmuseum Hittisau
Platz 501
A - 6952 Hittisau

T: 0043 (0)5513 6209-30
F: 0043 (0)5513 6209-19
E: kontakt@frauenmuseum.at
W: http://www.frauenmuseum.at/

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