3. Juni 2012 - 2:17 / Bühne / Musiktheater 

Gaetano Donizettis Märtyrerdrama "Poliuto" hat eine bewegte Entstehungsgeschichte hinter sich. Ursprünglich für das Teatro San Carlo in Neapel geplant, wurde die Oper noch vor ihrer Premiere durch die neapolitanische Zensur verboten – das Sujet sei für eine Bühne zu heilig, wurde argumentiert. Donizetti, der damals bereits entschlossen war, sein Glück in Paris zu versuchen, arbeitete das Stück daraufhin zu einer vieraktigen Grand Opéra um und brachte es 1840 in französischer Sprache unter dem Titel "Les Martyres" an der Pariser Opéra heraus.

Erst nach Donizettis Tod gelangte "Poliuto" 1848 in Neapel zum ersten Mal auf die Bühne. Wie "Maria Stuarda" oder auch "Lucia di Lammermoor" ist "Poliuto" von der bestimmenden Erfahrung des Schmerzes und des Leidens, durch die der Mensch zu sich selbst kommt, geprägt. Auf Pierre Corneilles Tragödie "Polyeucte" basierend, steht der heimlich zum Christentum übergetretene Poliuto im Mittelpunkt der Oper. Als der römische Feldherr Severo im kaiserlichen Auftrag nach Armenien kommt, um die verschärften Gesetze gegen die Christen durchzusetzen, bekennt sich aber auch Poliutos Gattin Paolina zum Christentum, und das, obwohl Severo Paolinas früherer Geliebter war; die beiden Eheleute nehmen das Martyrium als ekstatische Vereinigung auf sich.

An der Oper aus Donizettis Reifezeit fasziniert neben der neuartigen Kompositionsstruktur, die wegweisend für Komponisten wie Giuseppe Verdi war, auch die Ausrichtung des Gesangs auf den dramatischen Ausdruck. Kein Wunder, dass sich im 20. Jahrhundert immer wieder grosse Sängerpersönlichkeiten wie Franco Corelli und Maria Callas für das Werk stark gemacht haben; als Schweizerische Erstaufführung ist es nun erstmals am Opernhaus Zürich zu sehen. Regie führt der Italiener Damiano Michieletto, der in den vergangenen Spielzeiten u.a. mit Verdis "Il corsaro" sowie "Luisa Miller" auf sich aufmerksam gemacht hat; für musikalische Verve aus dem Orchestergraben sorgt Nello Santi.

Poliuto von Gaetano Donizetti
mit deutscher und englischer Übertitelung
Premiere: Sonntag, 6. Mai 2012, 19 Uhr

Weitere Vorstellungen:
10./ 13./ 15./ 20./ 23. Mai 2012
03./ 06./ 09. Juni 2012

Opernhaus Zürich
Falkenstrasse 1
CH - 8008 Zürich

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