3. Juni 2019 - 4:51 / Ausstellung 
7. Juni 2019 3. November 2019

Im Sommer 2019 verschmelzen im Zeppelin Museum Technik und Kunst zur transdisziplinären Ausstellung "Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten“. Die Drohne ist eine Technologie mit ambivalenter Nutzung. Drohnen werden zur Überwachung, im Transport, in der Fotografie und in der Landwirtschaft eingesetzt. In Kombination mit Künstlicher Intelligenz gelten sie als die wichtigste Kriegstechnologie seit der Erfindung der Atombombe. Doch Drohnen sind als Spielzeug auch im Massenmarkt
angekommen: 2017 waren 400.000 unbemannte Flugobjekte allein in Deutschland unterwegs.

In der großen Sommerausstellung im Zeppelin Museum werden sowohl die technische Entwicklung als auch der unterschiedliche Einsatz untersucht. Elf international renommierte Künstler*innen werfen dabei ethische Fragen auf, die besonders vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und militärischer Interessen reflektiert werden müssen. Als unsichtbare Technologien, die beobachten können und zugleich nicht gesehen werden, liegt ein zentraler Fokus der ausgestellten Exponate darauf, die Drohnen wieder in das Feld des Sichtbaren zurückzuholen. In acht unterschiedliche Bereiche gegliedert, werden die Themenschwerpunkte Animismus, Protest, feministische Aneignungen, Überwachung/ Gegen-überwachung, Krieg, Künstliche Intelligenz, die museumseigene Drohne „Claire“ und Drone Shadow im Außenbereich. Maßstabsgetreu werden dafür im öffentlichen Raum die Umrisse von Drohnen nachgezeichnet und technisch erklärt.

Darüber hinaus werden Aspekte der Technikmystifizierung und des Animismus reflektiert: die Drohne als Akteur und beseeltes Objekt. Häufig als „männliche Technologie“ charakterisiert, setzen sich feministische Positionen verstärkt mit dem Objekt-/Subjektstatus der Drohnen auseinander. Deutlich wird, welchen großen Raum Drohnentechnologien bereits heute einnehmen und wie sie in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz unsere Zukunft entscheidend prägen werden. Die Exponate reichen von Drachen, über Multicopter für zivile und militärische Anwendungen, bis hin zu Zieldarstellungs-, Kampf- und Aufklärungsdrohnen. Deutlich wird, dass unser Alltag immer stärker von automatisierten Maschinen bestimmt und von unbemannten Fluggeräten erfasst wird.

Teilnehmende Künstler*innen: Ignacio Acosta, Korakrit Arunanondchai, Anohni, Frédérick A. Belzile, James Bridle, Gonçalo F. Cardoso & Ruben Pater, Omer Fast, Adam Harvey, Lawrence Lek, Martha Rosler, Raphaela Vogel

Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten
7. Juni bis 3. November 2019
Vernissage: Do 6. Juni 19, 19 Uhr

Zeppelin Museum Friedrichshafen
Seestraße 22
D - 88045 Friedrichshafen

T: 0049 (0)7541 3801-0
F: 0049 (0)7541 3801-81
W: http://www.zeppelin-museum.de/

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Charliere: unbemannter Ballon, Aufstieg 1783
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Drone Shadow 002, Istanbul, 2012 Photo Credit: James Bridle / booktwo.org
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Frédérick A. Belzile: Eyes in the Sky, 2017. Video, 03:03 min; © the artist
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Geomancer by Lawrence Lek 2017, HD video; © Commissioned for Jerwood/FVU Awards 2017
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Lotte 1991; © Zeppelin Museum
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