27. Juni 2020 - 16:42 / Aktuell 

Romarchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, ist mit dem renommierten Grimme Online Award in der Kategorie "Wissen und Bildung" ausgezeichnent worden. Die Preisverleihung fand aufgrund der Corona-Pandemie digital statt. "Der Preis trägt dazu bei, die über 600-jährigen kulturellen und künstlerischen Leistungen der Sinti und Roma in den Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst, Musik sowie Literatur in ihren Heimatländern und ihren großen Einfluss auf die europäische Kulturgeschichte sichtbar zu machen", hielt Romani Rose, der Vorsitzende des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, dazu fest.

Mit dem Grimme Online Award in der Kategorie "Wissen und Bildung" werden Vermittlungsangebote ausgezeichnet, die für die Allgemeinheit relevante Inhalte zur Verfügung stellen und der gesellschaftlichen Bildung, Beratung und Aufklärung dienen. Das Romarchive ist seit Januar 2019 online und steht seit einem Jahr unter der Trägerschaft des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit dem Onlinearchiv wurde eine im Internet weltweit zugängliche, verlässliche Wissensquelle geschaffen, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet. Die auf ständigen Zuwachs angelegte Sammlung des Archivs spiegelt die enorme Bandbreite und Diversität von kulturellen Identitäten und nationalen Errungenschaften wider. Der Reichtum einer jahrhundertealten und bis in die Gegenwart überaus lebendigen und vielseitigen künstlerischen und kulturellen Produktion wird hier erstmals in diesem Umfang öffentlich sichtbar.
www.romarchive.eu

Mit dem Grimme Online Award werden seit 2001 jährlich vom Grimme-Institut herausragende deutschsprachige Online-Angebote in vier Kategorien ausgezeichnet. Das digitale Archiv der Sinti und Roma ist seit dem 24. Januar 2019 online und macht die Künste und Kulturen der Roma und ihren Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte sichtbar. Durch von Roma und Sinti selbst erzählte Geschichten schafft Romarchive eine im Internet international zugängliche, verlässliche Wissensquelle, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet.

Inhaltlich haben 14 Kurator die Darstellung bestimmt und exemplarisch künstlerische Beiträge für die Archivbereiche Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater und Drama und den interdisziplinären Bereich Flamenco ausgewählt, darüber hinaus Material zur Bilderpolitik, Selbstzeugnisse im Zusammenhang mit der Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie wissenschaftliches Material zur Bürgerrechtsbewegung. Mit den verschiedenen Arbeitsgruppen sind etwa 150 Akteure aus 15 Ländern am Projekt beteiligt. Sie bilden ein weltweites Netzwerk von Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und AktivistInnen, die hauptsächlich zur Minderheit gehören und Romarchive zum derzeit größten Kulturprojekt von, für und mit Sinti und Roma machen.