Kurt Bracharz

16. April 2012 - 3:03

Der größte Teil der User-Kommentare zu den Meldungen auf vol.at ist eine deprimierende Lektüre, auch wenn man sich vor Augen hält, dass immer wieder dieselben posten und dass es sich dabei (hoffentlich) um keinen repräsentativen Querschnitt durch die Bevölkerung handelt. Von Ödon von Horvath stammt der Satz, nichts vermittle so sehr das Gefühl der Unendlichkeit wie die Dummheit, und um dieses Gefühl intensiv zu verspüren, braucht man gar nicht die "politischen" Kommentare oder jene zu Strafrechtsprozessen zu lesen, es genügen auch jene zum Fang eines großen Welses oder die "Diskussionen" untereinander. (Die Verwendung der Anführungszeichen ist beide Male wohlbegründet.)

Die Ausnahmen mit in ruhigem Tonfall vorgetragenen sinnvollen und richtigen Informationen stammen vermutlich von dafür von einer betroffenen Gruppe eingesetzten Personen, wenn’s mal wieder allzu dick gekommen ist. Und dann gibt es noch welche, die eine Art Guerilla-Taktik verwenden und "fremde" Nachrichten einschmuggeln, als Links oder mittels copy & paste als Text. So war in den letzten Tagen ein Artikel aus dem "Standard" auf vol.at – aber eben nur unter den Postings zu einem anderen Thema, zum Beispiel zu Werner Doralts Kritik am Steuerabkommen mit der Schweiz – zu finden, der sich mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Finanzbeamten Edelbert Meusburger als Chef der Großbetriebsprüfung beschäftigte, von denen man in der Regionalpresse noch nie etwas gelesen hat. Also von dem Ex-ÖVP-Kommunalpolitiker Meusburger selbst schon, als er als ORF-Stiftungsrat Königsmacher bei der Intendantenwahl war, aber nichts von dem deutschen Konzern Gildemeister oder von Grasser und Gorbach. Wer’s jetzt wissen will: Googeln Sie Meusburger!

Ein weiterer Hinweis von einem anderen Poster reproduzierte die ORF-Meldung zur "Geräteschuppen"-Affäre, dass die Ermittlungen wegen Verdachts aufs Amtsmissbrauch gegen den Dornbirner Bürgermeister eingestellt wurden. Das wird allerdings niemanden überraschen.

Die Meinung von Gastautoren muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. (red)