14. November 2019 - 5:49 / Ausstellung 
21. November 2019 21. Dezember 2019

Seit Jahren plädiert Harald Gfader, umtriebiger Geist im Vorarlberger Kunstgeschehen, für Poesie als Unterrichtsfach. Denn in der Poesie sieht er ein Fenster, durch das man in die Seele der Menschen blicken kann.

Wider den tierischen Ernst und für mehr Poesie

Aus dem Titel seiner aktuellen Ausstellung in der Galerie.Z in Hard erschließt sich die Kraft der Poesie nur bedingt, haftet der eindeutig amtslastigen Beschreibung "Anleitung zum frustrationsbefreiten Antrag für Stipendien/Kunstförderungen und Unterstützungen anwendbar im Kulturland Österreich Tu Felix" mehr Bürokratie als Poesie an. Weil aber garantiert Gfader drin ist, wo Gfader drauf steht, hat das schon seine Richtigkeit: Handelt es sich dabei doch um die Beiträge für das Schundheft Nummer 23, das beim Label unartproduktion in der Reihe der von Ulrich Gabriel herausgegebenen Schundhefte erschienen ist.

Ironie mit Biss

Das handliche Bändchen "Ein neuer Antrag wird neu gereiht und verlängert daher die Wartezeit" basiert auf abschlägigen Antwortschreiben, die der Göfner Künstler auf seine Anträge, Bewerbungen und Einreichungen von diversen Behörden, Ämtern und Institutionen retourniert bekommen hat. Diese über die Jahre gesammelten großteils standardisierten Sätze wiederum bilden die Basis für die Werkserie "Anleitung zum ...", die in der Galerie.Z gezeigt wird.

Damit schließt er an die Schau "Offene Zusammenhänge" an, die 2016 ebenfalls in der Galerie.Z zu sehen war. Unterscheiden sich die beiden Serien auch durch die verwendete Technik, so verbindet sie das Zusammenspiel von Wort und Bild. Harald Gfader setzt Text und Bild als eigenständige Kompositionselemente ein, was zu einem wesentlichen Merkmal seines gesamten Oeuvres geworden ist. Charakteristisch für den Absolventen der Universität für Angewandte Kunst in Wien ist zudem sein Aufgreifen von alltäglichen Situationen, Vorkommnissen, Absurditäten und Ärgernissen, die er in einem künstlerischen Prozess verarbeitet.

Lustvoll samt Ironie mit Biss begegnet er in der aktuellen Serie "Anleitung zum ..." den persönlichen Erfahrungen, die ihm die mehr oder weniger originellen Ablehnungsschreiben beschert haben. Wenn sich ein Herr offensichtlich verwundert am Kopf kratzt, ein anderer sich nachdenklich ans Kinn greift und dazu vermerkt ist "Da wart ich aber ab, was der Künstler jetzt macht, das möchte ich sehen!", darf eine schelmische Attitüde angenommen werden.

Leichtigkeit anstatt Trübsal

Wie sonst ließe sich die Arbeit mit einem durch ein überdimensionales Fernrohr ins Leere blickenden Mann interpretieren, die mit dem dürren Spruch "Der Antrag wird neu gereiht und verlängert daher die Wartezeit" gekrönt ist. Es liegt wohl am luftigen und zugleich ungebrochen direktem Ausdruck, der Harald Gfaders Werken eigen ist. In heitere Farben gekleidete elegante Damen konterkarieren die abgedroschenen Phrasen, die dadurch noch blasser und hohler erscheinen. Gewitzt platziert der Künstler die an kafkaeske Zustände gemahnende Aussagen in ein der Absurdität sowohl zuwiderlaufendes als auch überhöhendes Umfeld, sodass die Leichtigkeit obsiegt.

Gemäß Harald Gfaders Absicht sind seine Bilder und das dazu gehörende Schundheft eine Anleitung, wie alltäglichen Skurrilitäten mit Ironie und Pfeffer entgegen gewirkt werden kann. Vernissagegäste haben zudem die Möglichkeit, an diesem Abend mit dem Künstler ein eigenes Multiple zu gestalten und antragslos mitzunehmen.

Harald Gfader - "Anleitung zum…"
21. November bis 21. Dezember 2019

Galerie.Z
Landstrasse 11
A - 6971 Hard

T: 0043 (0)650 6482020
E: galerie.z@cable.vol.at
W: http://www.galeriepunktz.at

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(c) Harald Gfader
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