12. April 2020 - 18:56 / Ausstellung / Film / Online 

Die am 7. Februar 2020 im ZKM eröffnete Hommage an die bewegte Bilderwelt des Bauhaus ist ab Donnerstag, 16. April 2020, digital zugänglich. Aufgrund der aktuellen Situation hat das ZKM beschlossen, rund 50 Bauhaus-Filme der einmaligen Ausstellung digital zugänglich zu machen und programmatisch zu erweitern:

Bauhaus-ExpertInnen beteiligen sich mit Live-Gesprächen und Kurzvorträgen am Zusatzprogramm, moderiert von Teresa Retzer, darunter die Kuratoren der Ausstellung, sowie die ExpertInnen Dr. Jeannine Fiedler, Boris Friedewald, Prof. Jan Knopf, Martin Reinhart Rolf Sachsse und Paula Schwerdtfeger und die Filmemacherinnen Jutta Hercher, Maria Hemmleb und Antonia Lerch.

Die Reihe startet am Donnerstag, den 16. April 2020, um 19 Uhr mit einem Vortrag von Boris Friedewald und einer Live-Diskussion zwischen den ExperInnen Markus Heltschl und Paula Schwerdtfeger. Bis zum 17. Mai 2020 werden jeden Donnerstag über die Ausstellungsseite auf zkm.de weitere Ausstellungs-Filme, begleitet von Live-Events um 18 Uhr, bereitgestellt. Die Veröffentlichungen folgen den Themenblöcken der Ausstellung im realen Raum – Erweiterte Filmformen, Politische und Experimentelle Filme, Architekturfilme und Abstrakte Filme.

Nach heutigem Stand der Forschung haben 28 BauhäuslerInnen an Filmen oder Lichtprojektionen gearbeitet. Die Verfolgung durch Nationalsozialisten, Emigration und Krieg vernichteten Teile der Bauhaus-Filme und bewirkten einen abrupten Abbruch der kontinuierlichen Entwicklung der deutschen Filmkunst. "bauhaus.film.digitally.expanded" macht Filme online zugänglich, von denen viele als verschollen galten oder bisher nicht originalgetreu vorgeführt wurden. Viele der Werke wurden für die Ausstellung neu digitalisiert und restauriert und sind erstmals in originaler Vorführgeschwindigkeit, Farbigkeit und mit dem richtigen Ton zu sehen. So wird beispielsweise direkt zur Eröffnung am 16.04.2020 der erst 2019 wiedergefundene und erstmals in Deutschland gezeigte Film "Tönendes ABC" von László Moholy-Nagy online bereitgestellt. Fortgeführt wird das Begleitprogramm am 19. April 2020 mit Vorträgen und Dokumentarfilmen über Ellen Auerbach (geb. Rosenberg) und Grete Stern. Die von Markus Heltschl, Thomas Tode und Peter Weibel kuratierte Ausstellung legt einen besonderen Fokus auf die Rolle der filmenden Bauhaus-Frauen, deren Autorinnenschaft bislang oft unerwähnt blieb. Neben Ellen Auerbach waren auch Ella Bergmann-Michel, Lore Leudesdorff und Ré Soupault (geb. Niemeyer) als Filmemacherinnen am Bauhaus aktiv.

Film-Release und Programm zu "bauhaus.film.digitally.expanded"

Donnerstag,16.04.2020:

Filmveröffentlichung zu Block I: Erweiterte Filmformen
ExpertInnen: Boris Friedewald, Markus Heltschl, Paula Schwerdtfeger

Donnerstag, 23.04.2020:

Filmveröffentlichung zu Block II: Politische und Experimentelle Filmessays
ExpertInnen: Dr. Jeannine Fiedler, Rolf Sachsse

Donnerstag, 30.04.2020:

Filmveröffentlichung zu Block III: Architekturfilme
ExpertInnen: Markus Heltschl, Thomas Tode

Donnerstag, 07.05.2020:

Filmveröffentlichung zu Block IV: Abstrakte Filme
ExpertInnen: Markus Heltschl, Thomas Tode

Zusätzlich gibt es jeden Sonntag um 18 Uhr ein Rahmenprogramm, zu dem insbesondere dokumentarische Filme über BauhäuslerInnen gezeigt werden. Diese Filme des Begleitprogramms sind über einen Zeitraum von 48 Stunden auf » zkm.de online zu sehen. Das Rahmenprogramm besteht aus Live-Gesprächsrunden zwischen ExpertInnen und FilmemacherInnen. Alle Live-Events finden donnerstags und sonntags um 18 Uhr statt und können später über » www.zkm.de abgerufen werden.

Sonntag, 19.04.2020:

Rahmenprogramm: Ellen Auerbach I und II
ExpertInnen: Markus Heltschl. Thomas Tode, Antonia Lerch

Sonntag, 26.04.2020:

Rahmenprogramm: Symphonie Diagonale Revisited
ExpertInnen: Markus Heltschl

Sonntag, 03.05.2020:

Rahmenprogramm: Ella Bergmann-Michel
ExpertInnen: Jutta Hercher, Maria Hemmleb

ZKM
Lorenzstraße 19
D - 76135 Karlsruhe

T: 0049 (0)721 8100 1220
F: 0049 (0)721 8100 1139
E: info@zkm.de
W: http://www.zkm.de/

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Ludwig Hirschfeld-Mack (l. am Klavier), Theo Bogler (m.), Marli Heiman (r.) an der Apparatur, bei der Aufführung von Kreuzspiel, um 1924 © Kaj Delugan
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Kurt Schwerdtfeger: Reflektorische Farblichtspiele, 1922/1967, courtesy Paula Schwerdtfeger
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László Moholy-Nagy: Alter Hafen in Marseille – Marseille Vieux Port, 1929/1932, courtesy Hattula Moholy-Nagy
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Heinrich Brocksieper: Filmkurbel, 1927–1930, courtesy Utz Brocksieper
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