9. Dezember 2019 - 19:42 / Aktuell 

Der deutsche Jazztrompeter Herbert Joos, der drei Jahre lang Mitglied des weltberühmten Vienna Art Orchestra war, ist am vergangenen Samstag nach einer Operation im Alter von 79 Jahren in Baden-Baden gestorben. Mit seinen fein pastellierten Klangbildern gehörte der Musiker nach Martin Kunzler auch zur Spitzengruppe europäischer Komponisten im Jazzbereich.

Joos 1940 in Karlsruhe zur Welt und studierte dort auch Kontrabass und erhielt Trompetenunterricht. Mitte der 1960er-Jahre schloss er sich dem "Modern Jazz Quintett Karlsruhe" an. Erste Solo-Aufnahmen folgten, sie tragen Titel wie "The Philosophy of the Flügelhorn". "Jost spielte einen vollen und warmen Trompetenton, den er mit hörbarer Atemluft (orientiert an der Stimme eines Bluessängers) anraute. Der resultierende warme, kräftige Sound und der romantisch-impressionistische Einfluss, kombiniert mit Affinität zur freien Improvisation, waren seine besonderen Kennzeichen in der europäischen Jazzlandschaft." (Wikipedia)
Joos war auch wiederholt beim Salzburger Jazzherbst zu Gast.

Der Trompeter und Komponist war darüber hinaus zudem als Graphiker tätig, und zwar arbeitete er häufig auf der Grundlage von hart kontrastierten Fotografien. Einem breiteren Publikum sind seine Musikerporträts (z. B. von Miles Davis) bekannt geworden, die häufig auch auf dem Titelblatt der Zeitschrift Jazz Podium abgedruckt wurden. Und Joos war auch Buchillustrator - unter anderem für die aufgrund ihres Wirkens während dem Nationalsozialismus umstrittene Autorin Gertrud Fussenegger.