26. Mai 2012 - 1:52 / Ausstellung 
15. Februar 2012 28. Mai 2012

Am 13. September 2011 verstarb der englische Künstler Richard Hamilton im Alter von 89 Jahren. Noch bis in sein letztes Lebensjahr hatte er an neuen Werken und an der Aufarbeitung seines OEuvres gearbeitet. Mit Richard Hamilton ist ein Künstler abgetreten, der in Winterthur besonders präsent ist, besitzt das Kunstmuseum doch die einzige vollständige Sammlung seiner druckgraphischen Blätter und Multiples. Dies ist deshalb so wichtig, da Hamilton alle seine Themenkreise schliesslich in eine gedruckte und damit feste Form brachte, und, wie er selbst bewies, war die Arbeit daran mindestens so aufwendig wie an einem grossen Gemälde.

Deshalb lassen sich in einer Auswahl aus den Winterthurer Hamilton-Beständen zahlreiche Aspekte dieses reichhaltigen Werks präsentieren. Schon in den 1950er Jahren suchte sich Hamilton Elemente der aufblühenden Populärkultur aus. Dafür steht "My Marilyn", eine Hommage an den Star und zugleich eine Reflexion über den Umgang mit der Photographie. Sein analytischer, an Duchamps Werk geschulter Geist führte Hamilton dazu, die tieferen Schichten der vermeintlich trivialen Bilder auszuloten. Ein Leben lang war er von der Dichtung des Iren Joyce fasziniert, der auf seine Weise im Alltäglichen Sinnbilder der menschlichen Orientierung in der Welt fand.

Hamilton liess keine technische Möglichkeit ungenutzt: so begann er mit den klassischen Drucktechniken und experimentierte mit Siebdruck und Lichtdruck. Schliesslich lernte er schon vor dreissig Jahren, mit dem Computer umzugehen und die neuesten Entwicklungen von Hardware und Software für seine Collagen einzusetzen. Doch all dies waren nur Werkzeuge, um ironisch und kritisch ein Bild der Welt zu entwerfen, das dem zeitgenössischen Erleben gerecht wurde.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen, mit denen sich Hamilton beschäftigte. Neben druckgraphischen Blättern rundet eine Auswahl von Multiples und Zeichnungen die Präsentation ab.

Dank der Schenkung von Geschenk von Frank und Wiltraud Rentsch besitzt das Kunstmuseum Winterthur als weltweit einzige Institution eine vollständige Sammlung der Druckgraphik und Multiples des Künstlers. 2002 erschien ein Werkkatalog, der nach wie vor erhältlich ist: "Richard Hamilton: Druckgraphik und Multiples 1939 – 2002." Werkverzeichnis. Hg. von Etienne Lullin, CHF 70.–.

Joyce, Duchamp, Marilyn & Co.
15. Februar bis 28. Mai 2012

Kunstmuseum Winterthur
Museumstrasse 52
CH - 8400 Winterthur

T: 0041 (0)52 267-5162
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Self-Portrait, 1964. Kugelschreiber auf bedrucktem Papier, H: 28.5, B: 21 cm; Kunstmuseum Winterthur. © 2012, ProLitteris Zürich
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Epiphany, 1964/1989. Zellfaserstoff auf Aluminium, bemalt, Durchmesser 114 cm; Kunstmuseum Winterthur. Geschenk von Frank und Wiltraud Rentsch, 2009. © 2012, ProLitteris Zürich
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My Marilyn, 1965. Siebdruck von 9 Schablonen; Kunstmuseum Winterthur. © 2012, ProLitteris Zürich