29. Oktober 2013 - 1:40 / Ausstellung / Archiv 
24. August 2013 3. November 2013

Krieg, Tod und die Not der Arbeiterschicht sind die Themen, die üblicherweise mit dem Namen der Ausnahmekünstlerin verbunden werden. Das Kunstforum präsentiert die bedeutende deutsche Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867–1945) mit einer bislang wenig bekannten Facette ihres Schaffens: den Aktdarstellungen. Die Sonderausstellung, die am Freitag, dem 23. August, eröffnet wird, bietet über das Thema des Aktes einen neuen Blick auf ihr Werk.

Mit dem Motiv des nackten Körpers beschäftigte sich Käthe Kollwitz seit Beginn ihrer Ausbildung in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre, insbesondere während ihrer Münchner Studienzeit von 1888 bis 1890. Sie selbst unterrichtete 1898 bis 1903 an der Berliner Künstlerinnenschule das Fach Aktzeichnen. Ihre frühen Aktdarstellungen sind durch den Symbolismus geprägt, wobei allen voran Max Klinger ein wichtiges Vorbild war. Neue Impulse brachte die Begegnung mit der französischen Moderne während der beiden Parisaufenthalte 1901 und 1904. Die Werke des Bildhauers Auguste Rodin faszinierten Kollwitz und regten sie zu ähnlichen kompositorischen Lösungen in ihren Papierarbeiten und Plastiken an. Abgesehen von wenigen Boudoirszenen konzentrierte sie sich motivisch auf das Themenspektrum Liebe und Tod. Gegen Mitte der 1910er Jahre verschwand der Akt fast völlig aus ihrem zeichnerischen und druckgrafischen Œuvre, lediglich in den plastischen Arbeiten schöpfte Käthe Kollwitz auch noch später aus den gesammelten Erfahrungen.

Für die Ausstellung konnte eine Reihe von herausragenden Leihgaben aus dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin sowie aus den Kupferstichkabinetten der Staatlichen Museen Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Staatsgalerie Stuttgart und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gewonnen werden. Weitere Leihgaben stammen aus der Akademie der Künste Berlin und aus Privatbesitz. Neben Skizzenblättern aus der Studienzeit und Kohle- und Kreidezeichnungen sind teils nur als Unikate erhaltene druckgrafische Arbeiten zu sehen. Aus den eigenen Beständen des Kunstforums kommen weitere Papierarbeiten und zwei Plastiken von Kollwitz hinzu. Ferner veranschaulichen Werke von Künstlern aus der Zeit von Kollwitz wie Max Klinger, Ernst Barlach, Lovis Corinth, Emil Nolde und Max Pechstein den unterschiedlichen Zugang zum Thema Akt.

Käthe Kollwitz – Akt im Fokus
24. August bis 3. November 2013

Kunstforum Ostdeutsche Galerie
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