16. März 2016 - 2:06 / Ausstellung 
6. Februar 2016 26. März 2016

Unter allen Materialien, die für die künstlerische Produktion eingesetzt werden, steht Papier in der ersten Reihe. Es ist in allen möglichen Beschaffenheiten verfügbar, vom normalen Zeichenpapier, über Pergament und Büttenpapier bis hin zum Transparentpapier und dem Karton. Es dient als Bildträger für Bunt- und Zeichenstift, für Tusche, Aquarellfarben, Kreide und auch Öl.

Oder als Grund für alle möglichen Drucktechniken, von der Radierung, Aquatinta, Heliogravüre, Kupferstich und Lithografie bis zum Siebdruck, Holzschnitt und Prägedruck. Und es kann selber unmittelbar als Gestaltungsmaterial eingesetzt werden, um etwa Papierskulpturen, Faltungsobjekte, Figuren aus Papiermachee oder Collagen anzufertigen. Die Einsatzmöglichkeiten sind unbegrenzt.

Zu was Papier alles tauglich ist, versucht auch die Galerie Feurstein in ihrer nächsten Ausstellung "Kunst auf Papier, Kunst aus Papier" nachzugehen. Den Kern der Ausstellung bilden Exponate von Künstlern der Galerie. Diese werden ergänzt von Zeichnungen und Objekten aus einer Privatsammlung. Darunter finden sich berühmte Namen wie etwa Sigmar Polke, Sol Lewitt, Gerhard Richter, Fritz Winter oder Tomi Ungerer.

In der Ausstellung vertreten ist etwa der Italiener Antonio Catelani, der sich immer wieder mit Monochromie, Geometrie und Iteration auseinandersetzt. Von ihm sind zwei Farbquadrate in preussisch Blau zu sehen, wobei die Farbe unter Einwirkung des Lichtes zu oxydieren beginnt und sich das Blau sukzessive in ein rostiges Rotbraun verwandelt. Vom 1932 in Mannheim geborenen Künstler Peter Dreher wiederum kann man zwei Exponate aus seiner Langzeitserie "Tag um Tag guter Tag" betrachten. Dreher fertigt seit 1974 jedes Jahr mindestens 50 Arbeiten an, die stets ein leeres Wasserglas auf weisser Tischfläche vor weissem Hintergrund zeigen.

Bei Dirk Salz haben sich die Ideen zu den Zeichnungen auf Papier aus der Malerei herausentwickelt. Seine umfangreichen Serien von Zeichnungen erhalten ihren Antrieb aus seiner Auseinandersetzung und dem prozesshaften Umgang mit Farbe. Seine filigranen Liniensysteme erzeugt er mit Hilfe eines Kartons mit ungleichmäßig ausgefranstem Rand. Wegen dieser Unregelmässigkeiten "springt" der Bleistift an manchen Stellen und lässt Lücken im Strich. Diese Prozedur des Linienziehens wiederholt sich unzählige Male. Durch den mechanischen Druck beim Vorbeistreichen mit dem Bleistift verändert sich der Kartonrand allmählich und damit auch die Verlaufsform und die Leerstellen der Linien.

Was man aus Papier alles gestalten kann, zeigt etwa Werner Haypeter. Er erzeugt "zweidimensionale skulpturale Systeme", indem er Papier ineinander schichtet und verschachtelt. Er thematisiert damit unter anderem das Verschwinden und Sichtbarmachen von Verhältnissen. Wachs und Papier kombiniert die in Graubünden geborene Künstlerin Ernestina Abbühl. Inspiriert von der Natur, gibt sie dem Rohstoff Wachs mit ihrer subtilen, klar strukturierten Kunst eine neue Interpretation. Im Rahmen ihrer "WaxArt" formiert sie aus paraffingetränktem Papier architektonische Körper von klarem und aber auch sinnlichem, in sich ruhendem Ausdruck. Feingegliedertes entsteht bei Abbühl aus dem natürlichen Gegensatz von Chaos und Ordnung.

Von Sigmar Polke wiederum zeigt Galerist Günter Feurstein die ausgefaltet 17 x 500 cm grosse, 27-seitige Leporello-Arbeit "Desastres und andere bare Wunder". Dem Leporello, im Offsetdruck auf fast transparentem Spinnenpapier gedruckt, diente als Vorlage eine am 11/12. Mai 1984 in Köln enstandene fünffach vergrösserte Streifenkopie eines Films. Den Film hatte Polke unter Zurhilfenahme von Himbeergeist, Pril und Kaffee bereits 1982 entwickelt.

Ganz neue Arbeiten auf Papier sind auch von Manfred Egender sowie Christoph und Markus Getzner zu sehen.

KünstlerInnen: Thomas Deyle, Christoph & Markus Getzner, Ernestina Abbühl, Antonio Catelani, Edda Jachens, Dirk Salz, Christian Stock, Elisabeth Vary, Doris Fend. Gäste: James Brown, Gotthard Graubner, Sol Lewitt, Sigmar Polke,Michael Venezia, Gerhard Richter, Tomi Ungerer, Fritz Winter u.a.


Kunst auf Papier - Kunst aus Papier
6. Februar bis 26. März 2016

Galerie Feurstein
Johannitergasse 6
A - 6800 Feldkirch

T: 0043 (0)5522 21034
E: kontakt@galeriefeurstein.at
W: http://www.galeriefeurstein.at

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  •  6. Februar 2016 26. März 2016 /
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Ernestina Abbühl: Relief, senza culur. Papyrus u. Paraffin auf Holzgrundlage
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James Brown: Übermalte frz. Landkarten, 1988
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Sigmar Polke: Leparello. Desastres und andere bare Wunden, 1984
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Blick in die Ausstellung 'Kunst auf und aus Papier'