6. Dezember 2021 - 14:17 / Aktuell / Preise / Literatur 

Der mit 20.000 Euro dotierte Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2022 geht an den österreichischen Schriftsteller Karl-Markus Gauß. Die Verleihung des Preises soll anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 16. März 2022 im Leipziger Gewandhaus stattfinden. Als Laudatorin werde die Literaturkritikerin Daniela Strigl fungieren, lässt der Zsolnay-Verlag dazu wissen.

Mit dem Preis werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in Buchform um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben. "Seit mehr als vierzig Jahren nimmt dieser für seine stilistischen Feinheiten gelobte, jedes besserwisserische Pathos meidende Reisende die kulturellen Verluste (besonders in Südosteuropa) wahr und hält ihnen den historisch angehäuften tatsächlichen Reichtum entgegen", zitiert der Verlag aus der Juryentscheidung für Gauß.

Der 67-Jährige leiste "die Arbeit eines Sisyphos, das heißt, er weiß auch, dass trotz aller Anstrengungen der mühsam auf den Berg geschleppte Stein wieder hinunterrollt. (…) Er schreibt auch umfangreiche Journale, die einen politisch wachen, parteipolitisch ungebundenen Zeitgenossen zeigen, der gottlob über so viel Ironie und Witz verfügt, dass man sich von ihm gerne in die Abgründe unserer Gesellschaft einführen lässt."

Der Autor, der in seiner Geburtsstadt Salzburg lebt, hat zahlreiche Werke verfasst, ist außerdem Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik" und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen – zuletzt etwa mit dem Jean-Amery-Preis (2018) und dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2019) – bedacht. Im Vorjahr erschien sein bisher jüngstes Buch "Die unaufhörliche Wanderung", eine Sammlung von Reportagen und Reflexionen. Am 14. Februar 2022 wird das Journal "Die Jahreszeiten der Ewigkeit" bei Zsolnay erscheinen.

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 vergeben. In den vergangenen Jahren wurden der britische Essayist und Fotograf Johny Pitts, der ungarische Kunsttheoretiker, Essayist und Literaturkritiker Laszlo Földenyi und die russisch-US-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen damit gewürdigt.