6. Januar 2009 - 3:01 / Ausstellung / Archiv 
15. November 2008 11. Januar 2009

Die Kunsthalle Zürich zeigt vom 15. November 2008 bis 11. Januar 2009 mit der Ausstellung "A Literature of Images" des Künstlers Ian Wallace (geb. 1943, lebt und arbeitet in Vancouver) einen der wichtigsten Vertreter und Pioniere der inszenierten Fotografie zum ersten Mal in einer umfassenden Retrospektive mit Werken aus den 1970er Jahren bis heute in Europa.

Wie bei der Ausstellung des Künstlers Liam Gillick zu Anfang des Jahres realisiert die Kunsthalle den Überblick über dieses bisher zu selten gesehene Oeuvre als Projekt, das mehrere Institutionen umfasst: Die Ausstellung wurde mit dem Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam und dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf entwickelt. Das gemeinsam erarbeite Konzept sieht vor, dass jede der Institutionen einen eigenen thematischen Schwerpunkt im Werk des Künstlers erarbeitet und zeigt. So spannt die Retrospektive "A Literature of Images" also nicht nur einen zeitlichen und thematischen Bogen innerhalb des Oeuvres von seinen Anfängen bis Heute, sondern verbindet seine Präsenz über die Orte hinweg.

Im Zentrum der Ausstellung in der Kunsthalle Zürich stehen Arbeiten des Künstlers, die zum einen das Verhältnis von Bild und Text ausloten als auch Werke, die Wallace’ Bildfindungen zur Stadt als Text thematisieren – so Attack on Literature (1975), das Magazine Piece (1970) und die Serie In the Street (1988-89). Im Witte de With in Rotterdam wird die kommunikative und politisch engagierte Dimension von Wallace’ Fotografie mit Werkgruppen wie The Summerscript (1974), The Idea of the University (1990) und Clayoquot Protest (1995) untersucht. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf schliesslich präsentiert, ausgehend von dem mehrteiligen Werk "Lookout" (1979), Überlegungen zur Konstruktion von Bildlichkeit in Verbindung mit kinematografisch angelegten Inszenierung von Wirklichkeit im Werk des Künstlers.

Das Werk von Ian Wallace nimmt seinen Ausgangspunkt in der abstrakten, an Minimal Art erinnernden Malerei, ist aber seit den späten 1960er Jahren vom Medium Fotografie geprägt. Damit verbunden sind grundlegende Fragestellungen nach dem Status des medialen Bildes, seiner repräsentativen Funktion, seinen politischen und sozialen Implikationen und seiner Bedeutungsverschiebung im Kunstkontext.

Ian Wallace gilt als Schlüsselfigur der Vancouver Konzeptkunstszene – der so genannten "Vancouver School": Im Laufe seiner Karriere, die massgeblich durch seine kontinuierliche Lehrtätigkeit u.a. als Professor an der University of British Columbia geprägt ist, hat er eine ganze Künstlergeneration wie Jeff Wall, Rodney Graham, Ken Lum und Stan Douglas sowie jüngere Künstler, darunter Gareth Moore, Alex Morrison und Arabella Campbell, entscheidend beeinflusst und begleitet. So ist sein Werk in Kanada und den USA in den führenden Museen präsent, während der Künstler in Europa noch wenig bekannt ist.


Ian Wallace - A Literature of Images
15. November 2008 bis 11. Januar 2009

Kunsthalle Zürich
Limmatstrasse 270
CH - 8005 Zürich

T: 0041 (0)44 272 15 15
F: 0041 (0)44 272 18 88
E: info@kunsthallezurich.ch
W: http://www.kunsthallezurich.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  15. November 2008 11. Januar 2009 /
6004-600401.jpg
An Attack on Literature I & II (Installationsansicht), 1975. Handkolorierte Schwarzweiss Fotografien, 12 Fotografien in zwei Gruppen à sechs Arbeiten. Grösse pro Gruppe 119 cm x 10 meter; Privatsammlung
6004-600402.jpg
An Attack on Literature I & II (Detail), 1975. Handkolorierte Schwarzweiss Fotografien, 12 Fotografien in zwei Gruppen à sechs Arbeiten. Grösse pro Gruppe 119 cm x 10 meter; Privatsammlung
6004-600403.jpg
An Attack on Literature I & II (Detail), 1975. Handkolorierte Schwarzweiss Fotografien, 12 Fotografien in zwei Gruppen à sechs Arbeiten. Grösse pro Gruppe 119 cm x 10 meter; Privatsammlung
6004-600404.jpg
At Work (Still), 1983. DVD loop; Courtesy Catriona Jeffries Gallery, Vancouver
6004-600405.jpg
In the Street (Greyhound), 1989. Fotolaminat und Tuschemonoprint mit Acryl auf Leinwand, 244 x 244 cm (Dyptichon); Privatsammlung