Manon de Boer arbeitet hauptsächlich mit dem Medium Film. Die Wahrnehmung von Zeit und die Inspiration für kreative Prozesse stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit, ebenso wie die Bedingungen der Produktion und Rezeption von Film.

Menschen erscheinen in de Boers Arbeiten durch ihre physische oder akustische Präsenz. Ihr Blick ist nach innen gerichtet, auf sich selbst bezogen. Oder er ist verbunden mit anderen, einem Raum, einer Stadt oder einer Landschaft.

In diesen porträtähnlichen Filmen spielt de Boer mit den für uns gewohnten Hierarchien der Sinneswahrnehmung. Die gesamte kulturelle Produktion sowie die Art und Weise menschlicher Interaktion ist durch die Gewichtung der Sinne beeinflusst. Wir konsumieren Streamingdienste für Musik und Film, sind vertraut mit Radio, Podcasts sowie Video, Text­ und Sprachnachrichten. Aber sind wir uns auch der verschiedenen Bedeutungsebenen der jeweiligen Medien bewusst? Und welchen natürlich erzeugten Phänomenen schenken wir noch Beachtung? Wer sind wir, wenn wir ohne Gerätezugang auf uns selbst zurückgeworfen sind? Welche Gedanken und Ideen entwickeln sich daraus?

De Boer legt in ihrem Werk nahe, dass die visuelle und die akustische Ebene sowie das Medium selbst auch als eigenständige Narrative betrachtet werden können. Darüber hinaus verleiht sie der Stimme einen besonderen Status – nicht nur als Mittel zur Kommunikation, sondern auch als politischer oder ästhetischer Bedeutungsträger.

Die Überblicksausstellung im Kunstmuseum St.Gallen bietet als erste Präsentation der Künstlerin in der Schweiz vielfältige Hör- und Seherlebnisse und beinhaltet zudem Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums.

Manon de Boer (geboren 1966 Kodaikanal, Indien) lebt und arbeitet in Brüssel.

Manon de Boer
Che bella voce
Bis 9. Oktober 2022

Kunstmuseum St. Gallen
Museumstrasse 32
CH - 9000 St.Gallen

W: http://www.kunstmuseumsg.ch/

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Manon de Boer, Sylvia, March 1 and March 2, 2001, Hollywood Hills, 2002, Foto: Stefan Rohner
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Manon de Boer, For C.A. (Her Voice), 2020, Courtesy die Künstlerin und Jan Mot 
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Manon de Boer, Resonating Surfaces, 2005, Courtesy die Künstlerin und Jan Mot, Foto: Stefan Rohner
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