19. Dezember 2011 - 3:01 / Kurt Bracharz / Vorax
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Ein in den "Archives of Internal Medicine" dokumentierter Doppelblindversuch an 248 Frauen mit der Einnahme von je 200 mg Soja-Isoflavonen in Tablettenform bzw. von Placebos ergab, dass beide Gruppen weder Unterschiede in der Knochenkalzinierung noch bei Menopause-Symptomen (Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlaflosigkeit, Libidoverlust, vaginale Trockenheit) aufwiesen. Die Frauen mit der Isoflavon-Einnahme verspürten sogar etwas mehr Wallungen als jene aus der Placebo-Gruppe.

Amerikanische Juden behaupten, das Sandwich sei auf die von dem Toragelehrten Hillel eingeführte Sitte zurückzuführen, an Pessach Bitterkräuter zwischen zwei Scheiben Mazzes zu legen. Für das vegetarische Sandwich mag auch ein Goj diese Herkunft gelten lassen, aber das Sandwich mit Fleisch ist wohl auch weiterhin auf John Montagu, den Earl of Sandwich (1718 – 1792) zurückzuführen, der während des Kartenspielens etwas aus der Hand essen wollte.

Der polnische Fürst Sandomierz (1186 - 1227) bat den Papst, ihn von der Verpflichtung zur Pilgerfahrt ins Heilige Land zu entbinden, weil es dort weder Bier noch Met gebe, und er, der Fürst, nichts anderes tränke. Der Papst kam diesem Ansuchen nach.

Das Danziger Goldwasser, ein Anisschnaps mit dünnen Goldplättchen und Kräuterzusätzen (u. a. Wurzeln von Baldrian, Enzian und Kalmus, Weinraute, Ginsterbeeren und Sandelholz,), wurde ab 1606 in der Likörmanufaktur im Keller des Restaurants "Pod Lososiem" (Der Lachs) des Holländers Ambrosius Vermöllen hergestellt.

Der deutsche Politiker Gottfried Haschke (CDU) forderte 1994, dass alle Restaurants in der Bundesrepublik gesetzlich verpflichtet werden sollten, mindestens eine typisch deutsche Speise auf die Karte zu stellen. Die bei Zuwiderhandlung zu erhebende Strafsteuer wurde im Volksmund "Pizza-Steuer" genannt.

Die Kurzgeschichtensammlung "Essen ist meine Lieblingsspeise. Gesammelte Satiren um die zweitschönste Sache der Welt" (München 1992) von Ephraim Kishon ist in die Kapitel Aperitif, Hors d’oeuvre, Suppe, Hauptgang, Dessert und Käse unterteilt.

Die früher in Winterthur erschienene Schweizer Gourmetzeitung Salz & Pfeffer pflegte jahrelang einen Schreibstil, der sich erheblich vom Gesäusel anderer Food-Publikation unterschied. So wurde der seinerzeitige Herausgeber Daniel E. Eggli nie müde, der Leserschaft zu versichern, viele hielten ihn für "den dümmsten Siech von Zentraleuropa", er sehe aus "wie ein altes fettes Hängebauchschweinchen und nicht mehr wie ein erotisch aktiver Mann", er könne aber "Gesabber und Sorgen" an sich "abfliessen lassen, so wie man auf eine Teflonpfanne auch jeden Bruntz giessen kann, ohne dass das Teflon rostet" (alle Zitate aus der Nummer 9/98, Rechtschreibung wie im Original). Mittlerweile ist "Salz & Pfeffer" das Schweizer Fachmagazin für die Gastronomie, Hotellerie und Zulieferbranche sowie das offizielle Publikationsorgan des Schweizer Verbandes für Spital-, Heim- und Gemeinschaftsgastronomie (SVG) und pflegt einen gewöhnlicheren Stil.

Auf dem Grabstein des 2002 verstorbenen Bäckermeisters Jaakow Topor im Kibbuz Naan (bei Tel Aviv) ist seit dem Jahr 2005 das Rezept für seinen Zimthefekuchen eingemeißelt: Man nehme ein Kilo Mehl, 50 Gramm Hefe, eine Prise Salz, drei Eier, sieben Esslöffel Zucker, 200 Gramm Margarine, anderthalb Glas Milch und Zimt nach Geschmack.

2009 erregte eine Studie der Universität Frankfurt Aufsehen, die behauptete, Mineralwasser in Pet-Flaschen enthalte unzulässig hohe Dosen (durchschnittlich 18 Nanogramm pro Liter) von östrogenäquivalenten Substanzen. Neue Untersuchungen des Schweizerischen Wasserforschungsinstituts EAWAG und des Chemischen Lebensmitteluntersuchungsamts Stuttgart haben die damals schon von Experten angezweifelten Ergebnisse nicht bestätigt. Östrogenähnliche Substanzen wurden zwar gefunden, aber nur im Picogramm-Bereich und auch in Glasflaschen. Ebenfalls gefunden wurde eine Anzahl anderer, also nicht östrogenähnlicher Substanzen, die sich aus dem Plastikmaterial gelöst hatten. Gar keine solchen Verunreinigungen enthielt nur Mineralwasser in Glasflaschen mit Kunststoff-Schraubverschlüssen ohne Dichtungsinlet.

Die Münchnerin Katharina Micheler, Verfasserin der Bücher "Vierzig-Minuten-Küche", "Heinzelmännchen-Kochbuch" und "Flitterwochen in der Küche" schrieb auch das Büchlein "Studentenküche. Praktische Anleitung für Studenten und andere einsame Menschen, sich mühelos und billig eine einfache, kräftige und schmackhafte Mahlzeit zu bereiten". Unter der Nr. 16a findet man in dem 1981 als Reprint produzierten Bändchen ein Rezept für Pickelsteiner Fleisch:
"6 – 7 rohe Kartoffeln werden geschält und in Würfel geschnitten. Verschiedenes Grünzeug, welches man unter dem Namen "Suppengrün" zu kaufen bekommt und ein Stückchen Zwiebel schneidet man gröblich. Je 1/2 Pfd. Schweinefleisch und Kalbfleisch werden in Würfel geschnitten. In den Tiegel gibt man ein Stück Butter und läßt es auf der Flamme zergehen; dann gibt man eine Lage Fleisch, eine Lage Grünzeug und eine Lage Kartoffeln hinein. Dann fängt man von vorne an, soweit die Sachen reichen. Zwischen jede Lage gibt man etwas Salz, Paprika und einige Stückchen Butter. Dann gießt man eine kleine Obertasse Wasser daran und dünstet das Ganze zugedeckt 35 - 40 Minuten auf mäßiger Flamme, ohne umzurühren. Nach Belieben kann man auch teilweise Rindfleisch dazu nehmen, dann aber wird das Gericht etwas länger gedünstet. Es ist durchaus nicht notwendig, im Besitze einer sogenannten "Pickelsteinerbüchse" zu sein oder eines Dampfhafens. Das Pickelsteiner wird auch auf die beschriebene Art ausgezeichnet. – Nach Geschmack kann man auch etwas geräucherten Speck daran geben, was sehr pikant macht."
Es gibt zwar keine Nummer 16b, aber unter 16c steht: "Schnell gebratenes Fleisch. Zu schnell gebratenem Fleisch ist ein kleines, schwarzblechernes Omelettepfännlein unentbehrlich."

Kaviarersatz nach Katharina Michelers "Die Studentenküche": "Falscher Kaviar. Dünngeschnittene Weißbrotscheiben werden ziemlich dick mit Butter bestrichen. Auf dem Holzteller schneidet man einen gewaschenen, entgräteten Salzhering und eine mittelgroße Zwiebel in sehr feine, kleine Stückchen und mischt beides gut durcheinander. Dieses Gemisch gibt man flach auf das Butterbrot und drückt es mit dem Messer in die Butter ein. Dieses Brot schmeckt dem teuren Kaviarbrot sehr ähnlich. Es ist eigenartig und pikant."

Bei einem traditionellen polnischen Weihnachtsessen werden zwölf Gänge serviert - einer für jeden Apostel. Alle sind fleischlos, der Hauptgang ist immer ein Karpfen in süßsaurer Soße mit Mandeln und Rosinen.



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(c) Claudia Torresani