25. März 2019 - 10:30 / Architektur 
14. März 2019 20. April 2019

Didi Textiles, ein Projekt von Anna Heringer und Veronika Lang gemeinsam mit der gemeinnützigen lokalen Organisation Dipshikha, verlegt die Textilproduktion von den unkontrolliert wachsenden Ballungsräumen zurück in die Dörfer von Bangladesch und stärkt dort wieder Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Die Textilien schöpfen aus der reichen Textiltradition des Landes. Verarbeitet werden abgetragene Sari-Decken. Jedes Einzelteil spiegelt so mit seiner lebendigen, farben-frohen und strukturierten Oberfläche die Geschichten der Familien wider, die sie ursprünglich geschaffen haben.

„Soziale und gebaute Räume werden durch die Herstellung der Kleidung, die wir tragen und der Textilien, die wir täglich nutzen wesentlich beeinflusst. Es ist wichtig das in seiner vollen Tragweitezu verstehen.“ Anna Heringer

Die Arbeit von Architektin Anna Heringer zeichnet sich durch ein besonderes Gespür für Formgebung und Materialität aus. Sie interessiert sich nicht nur für die Umsetzung ihrer Entwürfe, sondern auch für die Lebensumstände der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer, wie auch für die ökonomischen und kulturellen Bedingungen der Orte, an denen sie baut. Ihre intensive Beschäftigung mit Bangladesch bezieht also ganz selbstverständlich das dortige Wirtschaften der Textilindustrie und dessen Auswirkungen mit ein.

Die Ausstellung basiert auf der 2018 zur Architekturbiennale in Venedig gezeigten Installation „This is not a shirt. This is a playground“ und beinhaltete darüber hinaus acht gestickte Dokumentationen der Bauprojekte des Studios Anna Heringer in Rudrapur (Bangladesch).

Anna Heringer ist Architektin. Sie wurde mit dem Bau Ihrer Diplomarbeit, der Meti School in Rudrapur, Bangladesch, international bekannt. Seither hat Heringer durch Bauten hauptsächlich in Asien, Afrika und durch die Architekturlehre in Stuttgart, Linz, Wien und der ETH Zürich ihren auf lokalen Baumaterialien und Arbeitskräften beruhenden und mehrfach ausgezeichneten Architekturansatz weiterentwickelt. Ihr zentrales Anliegen ist es soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge im Planungs- und Bauprozess deutlich zu machen und damit das Bewusstsein für eine verantwortungsvolle Architektur aufzubauen. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Museen weltweit ausgestellt, wie beispielsweise im Moma New York, in der Cité de l’architecture et patrimoine in Paris, dem Museum of Modern Art in Sao Paulo und der Biennale in Venedig. Für Ihre Arbeit erhielt sie u.a. den Aga Khan Award for Architecture, AR (Architectural Review) Emerging Architects Award und den Global Award for Sustainable Architecture.
Die Unesco verlieh ihr einen Ehrenprofessortitel für „Earthen Architecture, Building Cultures and Sustainable Development”.

This is not a shirt. Didi Textiles, Studio Anna Heringer
14. März bis 20. April 2019

vai Vorarlberger Architektur Institut
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A - 6850 Dornbirn

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Key Visual (Foto: Günter König)
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Po-Up-Store (Foto: Darko Todorovic)
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Foto: Darko Todorovic
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Anna Heringer - © Foto: Stefano Mori
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