3. November 2019 - 10:59 / Aktuell 

Vergangenen Freitag ist der deutsche Opernregisseur Johannes Schaaf im Alter von 86 Jahren verstorben. Im Laufe seiner Jahrzehnte dauernden Karriere hatte sich Schaaf vor allem als Mozart-Spezialist profiliert. Unter anderem inszenierte er bei den Salzburger Festspielen oder an der Wiener Staatsoper.

Zum Musiktheater fand der 1933 in Stuttgart Geborene über den Umweg Schauspiel und Kino. In den 1970er Jahren galt er als Leitfigur des neuen deutschen Films. Für seinen Film "Trotta" nach Josef Roths "Kapuzinergruft" (Drehbuch mit Maximilian Schell) erhielt er 1972 den Bundesfilmpreis. Mit "Traumstadt" (1973) bestätigte er seine Position. 1986 folgte die Verfilmung des Michael-Ende-Bestsellers "Momo".

Später wandte sich der streitbare Theatergestalter zunehmend seinen von Kritikern häufig hochgelobten Operninszenierungen zu. Er inszenierte weltweit und war an allen großen Häusern präsent – von der Dresdner Semperoper über die Bayerische Staatsoper bis zur Wiener Staatsoper.