22. Juni 2009 - 3:47 / Bühne / Musiktheater 

Die "Walküre", die wie das "Rheingold" während Richard Wagners Aufenthalt in Zürich entstanden ist und in die Zeit von Wagners stürmischer Liaison mit seiner Gönnerin Mathilde Wesendonck fällt, bezeichnete der Komponist selbst einmal als "Superlativ von Leid, Schmerz und Verzweiflung". Die Partitur weist denn auch hochdramatisches Espressivo auf, während sie gleichzeitig Stellen von intimster Poesie birgt.

Im Zentrum der Handlung des "Ersten Tages" der Nibelungentragödie steht die bittere Liebesgeschichte von Siegmund und Sieglinde, Wotans in wilder Ehe gezeugte und durch Stammesfehden getrennte Kinder, die sich bei Sieglindes ungeliebtem Mann Hunding wiederfinden. Tragisch verstrickt in ihr Schicksal, ist das Handeln der Geschwister diesmal nicht von ränkeschmiedender Machtgier, sondern von unbedingter Leidenschaft und Liebe sowie dem sich daraus ergebenden Selbstvergessen geleitet. Das Scheitern der Verbindung – Siegmund fällt kurze Zeit nach der Vereinigung mit Sieglinde im Kampf gegen Hunding, Sieglinde wird nach der Geburt Siegfrieds sterben – wirft seinen Schatten auf die Liebe zwischen Siegfried und Brünnhilde voraus, auch musikalisch: Im dritten Akt der "Walküre" erklingt zum ersten Mal das Motiv, das am Schluss der "Götterdämmerung" den Freitod Brünnhildes begleiten wird.

Neben Martina Serafin als Sieglinde, Janice Baird als Brünnhilde, Stuart Skelton als Siegmund, Matti Salminen als Hunding und Egils Silins als Wotan darf man sich erneut auf das Dirigat von Philippe Jordan freuen, über den die NZZ anlässlich der Wiederaufnahme des "Rheingolds" in dieser Spielzeit begeistert schrieb: "In erster Linie aber ist dies der Abend Philippe Jordans. Dass der junge designierte Musikdirektor der Pariser Oper das Opernhaus seiner Heimatstadt für sein "Ring"-Debüt gewählt hat (...), hat sich bei der "Rheingold"-Reprise als Glücksfall erwiesen. Ruhig fliessen seine Tempi, unaufgeregt, doch in steter Spannung entwickelt sich das Geschehen hin zu den mit geballter Kraft intonierten Kulminationspunkten, kompakt, doch nie massig ist der Klang des hellwachen Orchesters. Solcherart korrespondiert die Musik ideal mit den Lineaturen, weiten Flächen und delikaten Lichtwechseln auf Wilsons Bühne." kb


Erster Tag des Bühnenfestspiels
Der Ring des Nibelungen
Die Walküre (Wiederaufnahme)
Dichtung und Musik von Richard Wagner (1813-1883)
Uraufführung: 26. Juni 1870, Hoftheater München

Weitere Spieldaten:
30.11.2008
22.03.2009
03.04.2009
27.06.2009

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