29. Februar 2012 - 1:35 / Ausstellung / Malerei 
4. September 2011 4. März 2012

Die Kulturlandschaft zwischen Drachenfels und Loreley ist romantischer Mythos und früher Tourismusmagnet zugleich. Erst zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert neu entdeckt, wurde der Rhein zu dem deutschen Strom und in der unmittelbaren Folge vom romantischen zum touristischen Sujet. Die Ausstellung im Bahnhof Rolandseck zeigt in verschiedenen Kunstgattungen, in Literatur, Liedgut und in der Souvenirproduktion die Vielzahl von Bildern sowie literarischen Motiven, die noch heute unsere Wahrnehmung des Rheintals prägen. In vier Kapiteln präsentiert sie diesen vielfältigen Bilder- und Motivschatz.

Im Mittelpunkt steht der Künstlerische Blick, denn beliebte Motive wie der Drachenfels sind in unterschiedlichen Medien – Malerei, Druckgrafik oder Fotografie – immer wieder aufs Neue dargestellt worden. Die hier zu beobachtende Idealisierung trieb der Sagenhafte Blick auf die Spitze. Volkstümliche Sagen und Bilder von "Idealburgen" beförderten den Mythos Rhein. Im Kontrast dazu erlauben inszenierte Ausblicke einen »realen« Blick auf den Rhein und das Siebengebirge.

Einem zunehmend Nationalen Blick war der Rhein nach dem Ende der Napoleonischen Zeit ausgesetzt. Mit dem Umbau der Ruine Stolzenfels oder der Errichtung von National-denkmälern wie z. B. dem Deutschen Eck in Koblenz führte Preußen seine Macht und seine Interessen vor Augen. Ganz entscheidend hat aber auch der Touristische Blick den Romantischen Rhein vereinnahmt. Davon zeugt frühe Reiseliteratur ebenso wie die ausufernde Souvenirproduktion. Der 1858 fertiggestellte Bahnhof Rolandseck ermöglichte den Reisenden die komfortable Erschließung der Landschaft.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine spektakuläre Installation von etwa 100 Bowletöpfen mit rheinromantischen Motiven. Diese kollektiven Erinnerungsstücke führen eindrucksvoll die weite Verbreitung der romantischen Bildwelten vor Augen. Ein inszeniertes Souvenirfoto mit einem der Esel vom Drachenfels schafft eine bleibende Erinnerung an die Ausstellung.

Anlässlich der Ausstellung veröffentlicht das Arp Museum Bahnhof Rolandseck das Buch "Perlen der Rheinromantik" von Gisela Götz.

Rheinromantik. Mythos und Marke
4. September 2011 bis 4. März 2012

Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D - 53424 Remagen

T: 0049 (0)2228 9425-12
F: 0049 (0)2228 9425-21
E: info@arpmuseum.org
W: http://www.arpmuseum.org/

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Anton Ditzler; Rolandseck und Siebengebirge, 1831. © Sammlung RheinRomantik, Bonn
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Johann Caspar Nepomuk Scheuren; Die Burg am Rhein, 1836. © Sammlung RheinRomantik, Bonn
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Andreas Johann Müller; Der Knabe vom Berge, 1836. © Sammlung RheinRomantik, Bonn
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James Webb; Festung Ehrenbreitstein, 1830. © Mittelrhein-Museum Koblenz