10. Mai 2020 - 8:09 / Ausstellung / Malerei / Sammlung 
25. Januar 2020 26. April 2020

Die Ausstellung ist ab Dienstag 12. Mai wieder offen und bis zum 9. August 2020 verlängert. "Sammlung Werner Coninx" spürt der DNA der Sammelleidenschaft Werner Coninx' nach. Kern der Schau bilden die 127 Gemälde Schweizer Malerei vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts, die das Aargauer Kunsthaus 2016 als Dauerleihgabe aus dem Bestand der Sammlung Werner Coninx erhielt.

Diese Bilder treten in Dialog mit weiteren Werkgruppen der Sammlung Werner Coninx, wie französische Druckgrafiken von 1850 bis 1900, aussereuropäische Objekte oder Zeichnungen und Grafiken des deutschen Expressionismus. Durch die Vielfalt der Exponate und die thematischen Schwerpunkte der Ausstellung wird die facettenreiche Sammlungstätigkeit Werner Coninx' sichtbar.

Die Sammlung Werner Coninx gilt heute als eine der umfangreichsten privaten Kunstsammlungen der Schweiz. Entstanden ist sie dank dem Zürcher Maler, Kunstliebhaber und Sammler Werner Coninx (1911 – 1980), der von 1937 bis zu seinem Lebensende gegen 15'000 Kunstobjekte ankaufte. Die schnell gewachsene Sammlung umfasst eine sehr breite Palette an Werken: Sie reicht von der figurativen Schweizer Malerei über Zeichnung und Druckgrafik deutscher Expressionisten oder französische Kunstschaffenden der klassischen Moderne bis hin zu archäologischen Artefakten der griechischrömischen Antike und Objekten aus Süd- und Südostasien.

Von 1986 bis 2011 wurde die Sammlung Werner Coninx in Wechselausstellungen im Coninx Museum am Zürichberg gezeigt. Nach der Schliessung des Museums wurde die Sammlung nach Kernbeständen unterteilt. Seit 2016 befindet sich ein Teil der Werke als Dauerleihgabe in zehn Schweizer Institutionen. Das Aargauer Kunsthaus erfreut sich wichtiger Arbeiten der Schweizer Malerei aus der Sammlung Werner Coninx. Bedeutende Ölbilder von Ferdinand Hodler (1853 – 1918), Otto Morach (1887 – 1973), François Barraud (1899 – 1934) oder Giovanni Giacometti (1868 – 1933) – um nur wenige Namen zu nennen – wurden im Aargauer Kunsthaus beheimatet und ergänzen auf bedeutende Art und Weise die Sammlung an Schweizer Kunst des Museums.

In der Ausstellung Sammlung Werner Coninx werden zum ersten Mal nach der Schliessung des Museums Coninx im Jahr 2011 wieder Werke aus den verschiedenen Themengebieten gemeinsam zu sehen sein. Dies erfolgt exemplarisch anhand einzelner Arbeiten aus den verschiedenen Institutionen. Ausgangspunkt und Kern der Schau sind Gemälde Schweizer Künstler, die einen Einblick in die facettenreiche Entwicklung der Schweizer Malerei von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts geben. Diese treten in Dialog mit Exponaten aus weiteren Sammlungsschwerpunkten von Werner Coninx – wie französische Druckgrafik des 19. Jahrhunderts, deutsche expressionistische Malerei und Zeichnung oder Objekte aus dem asiatischen Raum. Um die Vielfalt der Sammlungstätigkeit Werner Coninx' zu veranschaulichen, sind Leihgaben aus dem Kunsthaus Zürich, Kunst Museum Winterthur, Rietberg Museum der Stadt Zürich und der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich u. a. wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Ziel ist es, die Sammlung in all ihren Nuancen zu zeigen sowie der DNA der Sammelleidenschaft Werner Coninx' nachzuspüren und die Idee einer universellen Sammlung als Spiegel der Menschheits- und Kulturgeschichte zu vertiefen.

Eindrückliche Stationen in der Ausstellung sind beispielweise Ferdinand Hodlers (1853 – 1918) Serie über das Leiden und Sterben seiner Geliebten Valentine Godé-Darel, die grosse Werkgruppe an Zeichnungen und einigen Ölbildern des mit Werner Coninx befreundeten Künstlers René Auberjonois (1872 – 1957) sowie das Bildmotiv des Selbstporträts, das sich durch die ganze Sammlung zieht. Ergänzend zu den Gemälden, Grafiken, Zeichnungen und Objekten wird sich ein kleiner Teil der Schau dem Leben und Wirken des Sammlers widmen. Anhand von Briefwechseln und Tagebuch-Einträgen – Archivmaterial aus der Werner Coninx Stiftung - wird eine Annäherung an die wenig bekannte Person Werner Coninx möglich. Dabei sind die Besuchenden eingeladen, in sein Lebensprojekt – das Sammeln – und seine aussergewöhnlich intensive Beziehung zu den Werken einzutauchen.

Biografie Werner Coninx

Werner Coninx (1911 – 1980) kam als zweites der drei Kinder von Otto und Berta Coninx-Girardet in Zürich zur Welt, wo er auch seine Kindheit und Schulzeit verbrachte. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium folgte er seinen künstlerischen Interessen und nahm ab 1938 Unterricht in der Bildhauerei und Malerei. Schon zu dieser Zeit unterstützte Werner Coninx andere Kunstschaffende. Daraus entwickelte sich seine spätere Leidenschaft für das Sammeln. 1973 rief er zur Erhaltung seiner Sammlung eine Stiftung ins Leben und 1986 wurde das Coninx Museum eröffnet. Über 15 Wechselausstellungen fanden bis 2011 in der denkmalgeschützten Villa an der Heuelstrasse in Zürich-Hottingen statt. Seit 2016 sind Werkgruppen der Sammlung Werner Coninx als Dauerleihgabe in mehreren Schweizer Museen beheimatet.

Auswahl an Künstlerinnen und Künstlern

René Auberjonois (1872 – 1957), Alice Bailly (1872 – 1938), François Emile, Barraud (1899 – 1934), Gustave Louis Buchet (1888 – 1963), Giovanni, Giacometti (1868 – 1933), Eduard Gubler (1891 – 1971), Ferdinand Hodler, (1853 – 1918), Oscar Wilhelm Lüthy (1882 – 1945), Otto Morach (1887 – 1973), Ernst Morgenthaler (1887 – 1962), Hermann Scherer (1893 – 1927), Johannes Robert Schürch (1895 – 1941), Johann von Tscharner (1886 – 1946) u. a.

Sammlung Werner Coninx
Eine Rundschau
25. Jänner bis 9. August 2020

Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
CH - 5001 Aarau

T: 0041 (0)62 83523-30
F: 0041 (0)62 83523-29
W: http://www.aargauerkunsthaus.ch/

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  •  25. Januar 2020 26. April 2020 /
Johann von Tscharner, Zwei Mädchen, o. J. Öl auf Leinwand, 29.5 x 24.5 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Johann von Tscharner, Zwei Mädchen, o. J. Öl auf Leinwand, 29.5 x 24.5 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Hermann Scherer, Im Atelier, 1925–1926 Öl auf Leinwand, 118 x 89 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx © Nachlass Hermann Scherer Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Hermann Scherer, Im Atelier, 1925–1926 Öl auf Leinwand, 118 x 89 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx © Nachlass Hermann Scherer Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Max Gubler, Der Bildhauer Leroy, 1940 Öl auf Leinwand, 46.3 x 39.6 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx © Eduard, Ernst und Max Gubler-Stiftung, Zürich Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Max Gubler, Der Bildhauer Leroy, 1940 Öl auf Leinwand, 46.3 x 39.6 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx © Eduard, Ernst und Max Gubler-Stiftung, Zürich Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Maurice Barraud, Selbstbildnis, o. J. Öl auf Leinwand, 80.3 x 75.5 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Maurice Barraud, Selbstbildnis, o. J. Öl auf Leinwand, 80.3 x 75.5 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Ferdinand Hodler, Thunersee mit Stockhornkette, 1910 Öl auf Leinwand, 67.4 x 92.2 cm Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Ferdinand Hodler, Thunersee mit Stockhornkette, 1910 Öl, auf Leinwand, 67.4 x 92.2 cm, Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Installationsansicht Sammlung Werner Coninx Foto: Timo Ullmann
Installationsansicht Sammlung Werner Coninx Foto: Timo Ullmann