7. Mai 2008 - 2:23 / Ausstellung / Archiv 
19. April 2008 17. Mai 2008

Die Arbeiten von Stefan Rüesch lassen sich stilistisch kaum einordnen. Ihr Charakteristikum liegt im elementaren Umgang mit geometrischen Elementen und Figuren. Bestandteile dieser Malerei sind die gerade Linie, die Vertikale, die Horizontale, das Quadrat, das Rechteck, der rechte Winkel. Die der Geometrie entlehnten Ordnungsprinzipien dienen dazu, bestimmte Ideen zu veranschaulichen und diese als Instrumente einer persönlichen Erkenntnis anzuwenden.

Rüesch beschäftigt sich in seiner Arbeit damit, ästhetische Phänomene des Alltags aufzunehmen und zu visualisieren. Dabei geht der Maler von einem Abstraktionsvorgang aus um dann seine Vorstellungen mit den konkreten Bildmitteln Fläche, Linie, Volumen, Raum und Farbe umzusetzen. Er beschränkt sich auf die geschaute Wirklichkeit, unterwirft sich den äusseren Gesetzmässigkeiten und sucht den Weg der malerischen Reduktion. Das durch die Strenge der Geometrie erwartete statisch-starre System hebt der Maler auf und erreicht ein aus der Asymmetrie heraus komponiertes bildliches Gleichgewicht. Die Darstellung einer schematisierten Umwelt scheint in einer spannungsvollen Beziehung zu Popelementen der Werbewelt wie auch zur Simulations- und Computerästhetik zu stehen – um sich gleich wieder alledem zu entziehen. Denn in ihrer Expressivität vermitteln diese Werke die klaren inneren Vorstellungen des Malers. Hier manifestiert sich eine Welt vermeintlich frei von Gegenständlichkeiten und Orten, Perspektive und Proportionen haben nur bedingt Gültigkeit. Aber letztlich sind diese Arbeiten doch gar nicht so weit von naturalistischen Landschaften entfernt. Sie künden schlicht von dem Mysterium der uns umgebenden Welt. Proportion, Gleichgewicht und sensible Nüchternheit kennzeichnen die Malerei von Stefan Rüesch. Seit Beginn der Neunzigerjahren entwickelt er diese unentwegt weiter, getrieben von immer neuen Gedanken und Einsichten. Trotz dauernder Perfektionierung seiner Arbeitsweise mindern sich Gefühl und Empfindungskraft in den Werken nicht, Wiederholungen finden nicht statt. Seine Arbeiten gründen in der Seelenlandschaft von Einfalt und Aufrichtigkeit. Die Welt in Rüeschs Arbeiten scheint geordnet, ruhig, lieblich und von kindlicher Problemlosigkeit. Beim Betrachten entsteht so der Eindruck, als sei der hektische Alltag für eine kurze Zeit angehalten und gemildert worden.
Stefan Rüesch - Landscapes 19. April bis 17. Mai 2008

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