23. März 2020 - 16:47 / Aktuell 

Der diesjährige Schweizer Filmpreis, der am 27. März in Zürich als Gala-Veranstaltung hätte stattfinden sollen, wäre zweifelsohne ein Fest der Frauen geworden. Denn in acht von elf Kategorien haben sich Frauen als Gewinnerinnen durchgesetzt, wie Bundesamt für Kultur (BAK) via Communiqué bekannt gibt. Aufgrund der Coronakrise gibt es nun keine öffentliche Überreichungszeremonie.

De facto ist es eine grosse Überraschung: In welchen Kategorien beim diesjährigen Schweizer Filmpreis auch immer Filmemacherinnen und Schauspielerinnen nominiert worden waren, haben diese gewonnen. Allem voran in den Hauptkategorien. So ist etwa "Le milieu de l'horizon" von Delphine Lehericey als Bester Film ausgezeichnet worden, "Immer und Ewig" von Fanny Bräuning als Bester Dokumentarfilm; der Film wurde zudem für die Beste Filmmusik (von Olivia Pedrol geehrt. Maja Gehrig gewinnt mit "Average Happiness" in der Kategorie Bester Animationsfilm und Joanne Giger mit "Le milieu de l'horizon" in der Sparte Bestes Drehbuch.

Auch in der Kategorie Beste Nebendarstellerin / Bester Nebendarsteller hat sich eine Frau durchgesetzt: Cecilia Steiner ("Der Büezer" gewann anstelle von den ebenfalls nominierten Kollegen Antonio Buil ("Insoumises") und Andrea Zogg ("Der Büezer").

Misst man den Erfolg anhand der Anzahl Nominationen, so hat sich der Favoriten-Spielfilm "Le milieu de l'horizon" zwei von vier Quartzsteinen geholt. "Baghdad in my Shadow" von Samir war dreimal nominiert (unter anderem als Bester Spielfilm) und wurde schliesslich für die Beste Montage (Jann Anderegg) prämiert. Auch "Der Büezer", "Moskau Einfach!" und "Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes" gewannen je einen von drei erhofften Preisen. Letztere in den Hauptkategorien Bester Hauptdarstellerin (Miriam Stein in "Moskau einfach!") und Bester Hauptdarsteller (Sven Schelker in "Bruno Manser"). Der ebenfalls dreifach nominierte Dokumentarfilm "Where We Belong" ging dagegen leer aus.

Die Auszeichnungen sollen aufgrund der Coronakrise nun erst im Rahmen des Filmfestivals Locarno (5. bis 15. August) überreicht werden, haben das BAK und die Stadt Zürich bereits angekündigt. Ebenfalls verschoben wird die Bekanntgabe der Trägerin oder des Trägers des Ehrenpreises - der Name soll in den Sommermonaten verkündet werden.