14. Januar 2020 - 9:57 / Aktuell 

Die Autorin Sibylle Berg wird für ihr Gesamtwerk mit dem Schweizer Grand Prix Literatur 2020 ausgezeichnet. Den Spezialpreis Übersetzung erhält Marion Graf für ihre Übersetzungen aus dem Deutschen und Russischen ins Französische ausgezeichnet. Gleichzeitig werden die Schweizer Literaturpreise für im vergangenen Jahr erschienene literarische Werke vergeben. Die Preisverleihung findet am 13. Februar 2020 in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern statt.

Die 1962 in Weimar geborene Sibylle Berg war zunächst als Puppenspielerin tätig. 1984 übersiedelte sie nach Westdeutschland. Sie studierte Ozeanographie und Politikwissenschaft in Hamburg und begann zu schreiben. 1996 kam sie nach Zürich und veröffentlichte 1997 ihren ersten Roman. Als Autorin, Dramaturgin und Journalistin hat sie bisher 15 Romane sowie zahlreiche Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Die Eidgenössische Jury für Literatur würdigt Berg als innovative, engagierte und bedeutende Stimme der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur. Für ihren neusten Roman "GRM Brainfuck" erhielt sie den Schweizer Buchpreis 2019 und für ihr neustes Theaterstück "Hass-Triptichon – Wege aus der Krise" den österreichischen Nestroy-Preis "Bestes Stück" 2019.

Die Übersetzerin Marion Graf wurde 1954 in Neuenburg geboren. Nach der Maturität in La Chaux-de-Fonds studierte sie an den Universitäten Basel, Lausanne, Woronesch (Russland) und Krakau (Polen). Graf hat für die Éditions Zoé die Werke von Robert Walser auf Französisch übersetzt und ist die Übersetzerin zahlreicher deutsch- und russischsprachiger Autorinnen und Autoren, darunter Markus Werner, Klaus Merz, Erika Burkart, Erica Pedretti, Jürg Schubiger, Conrad Ferdinand Meyer, Franz Hohler, Anna Achmatova und Wladimir Odojewski. Graf unterrichtet auch regelmässig junge ÜbersetzerInnen. Seit 2010 ist sie ausserdem verantwortlich für die "Revue de Belles-Lettres". Des Weiteren ist sie als Literaturkritikerin tätig und spezialisiert sich dabei auf die Lyrik. Von 2012 bis 2017 war Marion Graf Mitglied der Eidgenössischen Jury für Literatur.

Schweizer Literaturpreise 2020

Die Eidgenössische Jury für Literatur hat folgende 2019 erschienene Werke ausgezeichnet:
- Flurina Badel, tinnitus tropic, poesias, editionmevinapuorger (Guarda, GR)
- François Debluë, La seconde mort de Lazare, Editions l’Age d’Homme (Rivaz, VD)
- Doris Femminis, Fuori per sempre, Marcos Y Marcos (Le Sentier, VD)
- Christoph Geiser, Verfehlte Orte. Erzählungen, Secession Verlag für Literatur (Bern)
- Pascal Janovjak, Le Zoo de Rome, Actes sud (Rom, Italien)
- Noëmi Lerch, Willkommen im Tal der Tränen, Verlag die Brotsuppe (Aquila, TI)
- Demian Lienhard, Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat, Frankfurter Verlagsanstalt (Baden, AG)

Das BAK (Bundesamt für Kultur) vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Schweizer Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus. Alle zwei Jahre wird im Wechsel mit dem Spezialpreis Vermittlung der Spezialpreis Übersetzung vergeben. Zusätzlich zu diesen mit je 40'000 Franken dotierten Auszeichnungen werden jährlich Preise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke ausgeschrieben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten je 25'000 Franken und werden durch spezifische Förderungsmassnahmen unterstützt, die ihre Werke auf nationaler Ebene bekannt machen sollen. Insbesondere werden in der ganzen Schweiz Lesungen organisiert, die es den Autorinnen und Autoren ermöglichen, ihr Publikum über die Sprachgrenzen hinaus zu vergrössern.