15. Juni 2020 - 14:12 / Aktuell / Literatur 

Der diesjährige Siegfried-Lenz-Preis geht an die russische Autorin Ljudmila Ulitzkaja. Mit dem Preis, der mit 50.000 Euro hoch dotiert ist, sollen internationale SchriftstellerInnen ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken mit dem Geist von Lenz verwandt ist.

Zu den bisherigen Trägern des Preises zählen der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes und der Amerikaner Richard Ford. Der Preis soll am 19. März 2021 im Hamburger Rathaus überreicht werden, so die Mitteilung.

Mit Ulitzkaja ehre die Siegfried-Lenz-Stiftung, die für die Vergabe des Preises verantwortlich zeichnet, eine bedeutende Schriftstellerin Russlands, heisst es. Ihre Romane und Erzählungen spiegelten die Tragödie des 20. Jahrhunderts, die Epoche der Gewaltherrschaft und des Genozids, so die Jury in ihrer Begründung. Die vielfältigen und vielschichtigen Figuren ihrer erzählerischen Welt kämpften ums Durchkommen, ums Überleben.

Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist jüdischer Herkunft. Auf Deutsch erschienen Werke wie "Medea und ihre Kinder" (Roman 1997), "Ergebenst, euer Schurik" (Roman 2005), "Maschas Glück" (Erzählungen 2007) und "Jakobsleiter" (Roman 2017). Sie hat sich mehrfach kritisch über die russische Regierung von Wladimir Putin geäußert.